Bad Bertrich


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Bad Bertrich ist ein Kurort am Schnittpunkt von Vulkaneifel und Kondelwald und liegt etwa mittig zwischen Cochem an der Mosel und Wittlich. Der Kurort wurde bereits von den Römern geschätzt, die die wertvolle Heilquelle vor gut 2.000 Jahren einfassten. Die untersten Lagen der Heilquellfassung bestehen auch heute noch aus römischem Mauerwerk. Nach wie vor lockt das 32 Grad warme Wasser der Natrium-Hydrogencarbonat-Sulfat-Therme zahlreiche Gäste zur Trinkkur und in die Vulkaneifel-Therme.

Darüber hinaus begeistert Bad Bertrich durch seine feudale Kurhaus-Architektur. Seinen großen Aufschwung erlebte Bad Bertrich unter Clemens Wenzeslaus von Sachsen (1739-1812). Er ließ im 18. Jahrhundert Bad Bertrich von namhaften Architekten mit Promenaden und dem repräsentativen kurfürstlichen Badehaus – dem Badeschlösschen – ausstatten. Das Badeschlösschen genannt, entstand 1786-87 als siebenachsiger klassizistischer Putzbau mit stolz hochgezogenem Mittelrisalit und einem sechseitig geschieferten zentralen Turm.

Was heute ein Kurhotel ist, war zur Bauzeit 1788/89 das ehemalige Kavaliershaus. Der Bau bringt es auf drei Geschosse und elf Achsen, abgeschlossen mit einem Mansardwalmdach. Die Seitenrisalite wurden 1928-29 erhöht. Hier bezog die Schweizer Nationalmannschaft zur Fußball-WM 2006 Quartier, weshalb man von Bad Bertrich seitdem auch gerne als 27. Kanton der Schweiz spricht.

Im Winkel zum Kurhotel schließt sich der Bau des Kursaales an, der in seinem jetzigen Antlitz um 1875 entstanden ist. Der Kursaal mit Wandel- und Brunnenhalle ist ein Komplex von mehreren Putzbauten und hat neun Achsen, wobei die Wandelhalle ursprünglich einmal offen war.

Zwei Hausnummern weiter, in der Kurfürstenstraße 36, steht das Große Badehaus, heute Kurmittelhaus genannt. Es entstand 1907-09 als neobarocke dreiflügelige Anlage und wurde 1927 erweitert. Die Kurfürstenstraße übrigens durchzieht den halben Ort und ist reizvoll zum Schlendern und Shoppen. Sehenswert auch ein weiterer Mansarddachbau im kurfürstlichen Stil, der allerdings erst in den 1920er Jahren entstand und die Nummer 76 hat. An dem dreigeschossigen Bau finden sich bereits expressionistische Einflüsse.

Generell ist das Durchstreifen von Bad Bertrich eine helle Freude, besonders wenn die Blumen blühen, denn der Kurgarten Bad Bertrich entfaltet dann seine ganze Schönheit. Nahe des Kurfürstlichen Schlösschens ist der Alleegarten neben dem Kurgarten.

Wendet man sich von der Kurfürstenstraße in die Kirchstraße, St. Peter im Blick, gelangt man an weiteren denkmalgeschützten Bauten vorbei und in östlicher Richtung zum märchenhaft wirkenden Schwanenteich und dem landschaftstherapeutischen Park Römerkessel.

Falls es einmal regnen sollte, ist ein Besuch im Foto- und Filmmuseum in Bad Bertrich anzuraten. Es befindet sich in der Kurfürstenstraße 70 in dem sehr hübschen und gepflegten ehemaligen Hotel Kurfürst (1901) mit Fachwerk und Türmchen. Die Ausstellung ist im Privatbesitz der Familie Eischen und öffentlich zugänglich. Sie umfasst 2.500 Exponate aus der Foto- und Filmzeit. Kameras, Projektoren, Fotos, Filmplakate, ein Reparatur-Atelier und vieles mehr.

Clara Viebig (1860-1952), eine bedeutende Schriftstellerin, Dramaturgin und Erzählerin, Anfang des 20. Jahrhunderts, verbrachte ihre „Sommerfrische“ oft in Bad Bertrich. Einige Einflüsse aus dieser Zeit finden sich in ihren Werken wieder. Ihren literarischen Durchbruch erlebte Viebig mit einer Eifel-Erzählung: „Das Weiberdorf“ gelangte sogar auf den katholischen Index. Es sei zu freizügig und derb. Die Eifel galt um diese Zeit oft noch als raues „Rheinisches Sibirien“. Mit Viebig, kann man sagen, begann ein Stück weit Literaturheimat Eifel.


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