Bachem (Bad Neuenahr-Ahrweiler)

Am Bachemer Bach zwischen Ahrweiler und Bad Neuenahr auf der rechten Ahrseite liegt Bachem. Der historische Weinort genießt Bekanntheit durch seine Frühburgundertrauben. Nicht immer war es so friedlich in dem beschaulichen Dörfchen, denn seit dem 16. Jahrhundert war Bachem für rund 300 Jahre Zankapfel zwischen Ahrweiler und Wadenheim, das später in die Stadtgründung von Bad Neuenahr einging.

Der Bachemer Bach war die Grenze zwischen den Herzögen von Jülich und den Kölner Kurfürsten. Die hübsche St. Anna Kapelle mit den ältesten Bauteilen aus dem 13. Jahrhundert, war Teil der Grafschaft Neuenahr. Der kleine Saalbau mit romanischem Kern hat einen Turm aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts und wurde 1923-25 erweitert.

Was vor der Zeit Napoleons auf der linken Seite war, zählte zu Ahrweiler. Mit dem Einmarsch der Franzosen wurde Bachen komplett Ahrweiler zugestanden. Bei dem Grenzgestreite ist es nicht verwunderlich, dass es noch eine Kapelle in Bachem zu sehen gibt. Die Kapelle St. Leonhard ist ein Saalbau aus dem Jahr 1716 mit einem spitzen Turmhelm. Bleibt noch die dritte Kapelle übrig. Sie liegt oberhalb des Bachemer Tals und ist eine Dankeskapelle von einem Heimkehrer aus dem Zweiten Weltkrieg.

Aus dem Jahr 1650 stammt das ehemalige Backhaus, das teilweise aus Bruchsteinen besteht und teilweise aus Fachwerk. Oben wachten auch schon mal die Kosaken und es wurde dort Kinder unterrichtet. Seit 1978 befindet sich hier das Winzermuseum Bachem mit alten Gerätschaften des Weinbaus.

Apropos Wein: Bachem ist seit alters her ein Weinort und besonders bekannt für seinen Frühburgunder. Auf 6 ha wird Frühburgunder angebaut, was 23 % des an der Ahr angepflanzten Frühburgunders entspricht. Kosten kann man den z.B. beim Weinfest Bachem, das immer am vorletzten Septemberwochenende stattfindet.