Altenwald (Sulzbach)

Im oberen Sulzbachtal, nordöstlich von Sulzbachs Mitte, liegt Altenwald, das an Friedrichsthal grenzt. Zwischen beiden spannt sich die Sulztalbrücke der A 8. Von 1841 bis 1932 wurde in Altenwald eine Grube betrieben.

An die Untertagetätigkeiten erinnert das Baudenkmal in der Straße Eisenbahnschachtanlage mit dem Zechenhaus und Nebengebäuden sowie die evangelische Kirche mit dem schiefen Turm. Der ist das Ergebnis von Bodenabsenkungen. Auch an den Bergbau erinnern die sogenannten Prämienhäuser beim Seitersgraben. Sie entstanden mit dem Bevölkerungszuwachs ab 1866.

Die evangelische Kirche in Altenwald wurde errichtet, nach dem sich genügend Gläubige dieser Konfession in der Gegend aufgehalten haben. Man baute zunächst einen Betsaal (1891-93). An den kam ein Jahr später ein Chorraum und weitere drei Jahre später stand der Turm – der sich in den letzten dreißig Jahren nicht weiter geneigt hat. Die neoromanische Saalkirche hat ein Satteldach, das von innen als offene Balkenkonstruktion sichtbar ist.

Im Stil der Neugotik ist die katholische Herz-Jesu-Kirche in Altenwald. Sie konnte 1911 eingesegnet werden. Der Glockenturm wurde in das Seitenschiff der Basilika eingerückt. Absolut ins Auge fällt der Hochaltar der Kirche – man ist nahezu geblendet von seiner goldenen Strahlkraft. Der holzgeschnitzte Hochaltar zeigt Szenen aus dem Leben von Jesus, der in einem Strahlenkranz steht und auf die Gemeinde blickt.

Von der Grube Altenwald konnte sich das Pförtner- und Wiegehäuschen für Deputatkohle erhalten sowie das Zechenhaus mit Nebengebäuden. Deputatkohle ist jene Kohle, die den Bergleuten als Teil ihres Lohns zustand. Das Zechenhaus aus dem Jahr 1890 fällt durch die verzierte Giebelseite auf, wo hellere Pilaster den roten Ziegelbau gliedern.

In der Grubenstraße in einer einstigen Gaststätte findet sich einer der ersten Hindu-Tempel in Deutschland. Der Sri Maha Mariamman Tempel wurde von Tamilen 1994 hier eingerichtet. Die Hindustätte ist der hinduistischen Muttergöttin Sri Maha Mariamman gewidmet. Sie steht für Wohlergehen und Fürsorglichkeit für diejenigen, die sie verehren.

Die Bebauung von Altenwald geht nahezu in die des jüngsten Sulzbacher Stadtteils Schnappach über. Bis 1973 gehörte Schnappach nämlich zum benachbarten St. Ingbert. In Schnappach bilden Ruhbach und Moorbach den Sulzbach. Nordöstlich hat der Ruhbach im beliebten Naturschutzgebiet Ruhbachtal nahe bei Spiesen-Elversberg seine Quelle. Geht man von Schnappach aus ins Ruhbachtal und folgt dem Bach, kommt man am Gasthaus Bayrisch Zell vorbei.

Im Naturschutzgebiet Ruhbachtal verläuft der Karl-May-Weg (13km). Der südwestlich gelegene Brennende Berg kann über eine 7km lange Wanderschleife an den Karl-May-Weg angehängt werden.