St. Ingbert

St. Ingbert liegt im Biosphärenreservat Bliesgau und wird vom 18km langen Rohrbach durchflossen, der später in die Saar mündet. Auf dem Stadtlogo prägen drei Türme die Silhouette. Zwei Kirchtürme und der Beckerturm. Der gehörte einst zur Brauerei Becker, die von der Karlsberg Brauerei übernommen wurde, die die Bierproduktion in St. Ingbert aufgab.

Heute steht der Beckerturm mit dem Innovationspark für den laufenden Vollzug eines strukturellen Wandels von St. Ingbert, das einst von der Glasproduktion, dem Stahl und der Kohle geprägt war. Auf dem Beckerturmareal entstehen neue kleinere Wirtschaftsbetriebe, bereits um 125 kleine Firmen haben sich angesiedelt. Der Beckerturm ist das prägende Gebäude des Sudhauses. Der Turm wurde 1931 fertig im Stil des Neuen Bauens mit expressionistischen Elementen. In der Kaiserstraße stehen einige weitere Gebäude der einstigen Brauerei unter Denkmalschutz.

Die beiden weiteren Türme im Stadtlogo stilisieren die barocke St. Engelbert Kirche (die Alt Kerch von 1755) und die katholische Pfarrkirche St. Josef. Die St. Josef Kirche wurde im neugotischen Stil 1893 errichtet und ihr Turm reckt sich 73m hoch ins Panorama. St. Josef ist nach dem Kaiserdom zu Speyer die größte Kirche im Bistum Speyer.

Zwei weitere interessante Denkmäler der Industriekultur hat St. Ingbert zu bieten. Die Alte Schmelz ist ein 1733 gegründetes Eisenwerk. Kaminplatten, Kanonenkugeln, Öfen und Töpfe zählten zu den ersten Produkten. Das Ensemble, das sich über die Straßen Alleestraße, Alte Schmelz und Dudweiler Straße erstreckt, zeigt in einer Geschlossenheit das Wohnen und Arbeiten im 18. und 19. Jahrhundert. In der Mechanischen Werkstatt aus dem Jahr 1907 finden heute Veranstaltungen statt. Die Möllerhalle fällt auch im Erscheinungsbild auf. Sie stammt aus dem Jahr 1750 und hat einen Dachreiter mit Uhr und Glocke.

Doch nicht nur hartes Glas und Eisen beschäftigt St. Ingbert und seine Bewohner, sondern auch die weiche Baumwolle. Die Alte Baumwollspinnerei ist ebenfalls ein Beispiel denkmalgeschützter Industriekultur. 1885 wurde die Baumwollspinnerei von einem Schweizer gegründet und bis 1938 ausgebaut. 1964 wurde die Produktion von Garnen unrentabel und die Bundeswehr bezog mit einem Sanitätsdepot die Baumwollspinnerei. 1997 war damit auch Schluss. Die bauliche Gesamtanlage an der B 40 (Wollbachstraße) ist Beispiel des sachlichen Funktionalismus seiner Zeit.

Altes in Erinnerung halten steht auch auf dem Plan des Besucherbergwerks Rischbachstollen. Der Rischbachstollen gehörte zur Steinkohlegrube St. Ingbert. 1957 wurde der Rischbachstollen geschlossen. Rund 450 Mann arbeiteten zum Schluss hier. Betriebsbeginn war 1842. Das Besucherbergwerk (öffnet nur für Führungen auf Anfrage und an einigen wenigen Tagen der offenen Tür) zeigt an verschiedenen Stationen, wie das Bergmannsdasein damals so war, als noch Pferde unter Tage arbeiteten und man mit purer Muskelkraft dem Fels die Kohle rausmeißeln musste.

In der Pfarrgasse steht das Pfarrgassschulhaus von 1900. Hier ist heute das Jugendzentrum St. Ingbert (JUZ) beheimatet. Das St. Ingberter JUZ ist eines der ältesten selbstverwalteten Jugendzentren in Deutschland. Hier startete 1987 auch das Internationale Jazz-Festival St. Ingbert, das mittlerweile zu einer festen Instanz der deutschen Jazz-Szene geworden ist.

Regionaler Bezug:

St. Ingbert Saarpfalz-Kreis Saarland Saarpfalz Saar-Hunsrück
Vgwort