Altenbüren

Ganz im Westen am Rand der Briloner Hochfläche liegt Altenbüren. 1338 wird der Ort erstmals erwähnt, der seit 1524 zur Stadt Brilon gehört. Damals hatte die Stadt das Dorf seinem bisherigen Besitzer, Volpert von Cobbenrode, mit allem Drum und Dran abgekauft. Umgeben ist Altenbüren rundum von ausgedehnten landwirtschaftlichen Flächen, nur im Westen erhebt sich der bewaldete Steinberg (539m). Ein wenig weiter entfernt im Norden beherrscht die ebenfalls bewaldete Kuppe des Windsbergs (585m) das Landschaftsbild.

Mitten im Ort entspringt ein Fluss, der in alphabetisch geordneten Aufzählungen einen Platz ganz vorne sicher hat: die Aa. Bis vor einiger Zeit galt die Aa als einer der Quellflüsse der Möhne, wird heute aber offiziell als deren Nebenfluss betrachtet. Vom Kump in der Ortsmitte aus fließt sie ostwärts, biegt kurz vor Brilon nach Nordosten ab und mündet nach 7km nördlich von Brilon in die Möhne. Ein Kump ist eine Art großer Wasserbehälter, der früher zur Versorgung der Bevölkerung mit Wasser diente. Anders als bei einem Brunnen findet sich in ihm aber kein Grundwasser, sondern es wird über Leitungen zugeführt. In manchen Fällen, wie hier in Altenbüren, wird der Kump auch durch eine Quelle gespeist. Da die Aa früher als einer der Quellflüsse der Möhne galt, die erst nach dem Zusammenfluss von Hunderbecke und Aa diesen Namen trägt, heißt der hiesige Kump Möhnekump.

Schon lange vor dem Jahr 1800 muss es eine solche gemauerte Einfassung gegeben haben. Die heutige Anlage ist allerdings noch nicht sehr alt, sie wurde erst vor wenigen Jahren neu erstellt. Die Vorgängerin hatte einer Straßenkreuzung weichen müssen. Zusammen mit dem neuen Dorfplatz, der nun wieder existiert, wurde auch eine junge Linde gepflanzt, die Burer Linde. Auch sie gab es schon vor Jahrhunderten, und unter der ursprünglichen Burer Linde wurde vermutlich auch Gericht gehalten. Daran erinnert der Steintisch, den die Dorfgemeinschaft unter dem jungen Bäumchen aufgestellt hat.

Über solche historischen Themen und vieles mehr kann man sich im Dorf- und Heimatmuseum Altenbüren ausführlich informieren. Vor allem das dörfliche Leben und Arbeiten wird in der Sammlung beleuchtet. Handwerkliche Geräte, viele Bilder und Schriftstücke erzählen aus alten Zeiten. Eine Vorstellung davon, wie die Menschen im 19. Jahrhundert lebten, bekommt man in dem eingerichteten Schlaf- und Wohnraum aus dieser Zeit. Eine Dokumentation über die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs im Ort ergänzt die Sammlung.

Auf eine lange Geschichte schaut auch die Altenbürener Pfarrkirche St. Johannes Baptist zurück. Die Basis des Turms zumindest ist noch der Romanik zuzurechnen. Jünger sind Sakristei und Chor, sie stammen aus der Zeit um 1785. Und wiederum jünger als diese ist das heutige Langhaus, das von 1804-07 entstand. Die Ausstattung der Kirche stammt aus mehreren unterschiedlichen Epochen. Sehr hübsch sind das Retabel des Hochaltars aus der Renaissance, die Rokoko-Kanzel und der Orgelprospekt.

Auf den nördlich gelegenen Windsberg hinauf führt der Kreuzweg der katholischen Gemeinde, der seinen Namen zu Recht trägt. Vor allem das letzte Stück des Weges hat nämlich eine ansehnliche Steigung, die dem Wanderer einige Kondition abverlangt. Doch das lohnt sich, denn die Stationen des Kreuzwegs und das große Eichenkreuz am Gipfel sind in den vergangenen Jahren fachmännisch restauriert worden. Sieben Bildstöcke entstanden um 1800 aus Anröchter Sandstein, die ersten beiden 1756, 1826 der letzte. Seit 1931 umfasst der Altenbürener Kreuzweg 14 Stationen. Der lebensgroße Christus am Kreuz auf dem Gipfel ist über 130 Jahre alt und stammt aus einer Warsteiner Werkstatt.

Vom Windsberg aus in gerader Linie westwärts liegt Esshoff, der westlichste Ortsteil von Brilon. Hier ist es sakrale Kunst, die einen Abstecher in den Ort lohnenswert macht. Den Anfang macht am Ortseingang das große Missionskreuz aus dem Jahr 1912, beschattet von einer mächtigen alten Eiche. Dann geht es weiter zur Glockenwiese. Über hundert Jahre alt ist die Ave-Glocke von Esshoff. Das Angelus-Läuten hat eine lange Tradition. Diese wurde 1966 unterbrochen, doch die Menschen wünschten sich das Läuten zurück. In den 1980er Jahren läutete die Glocke schließlich wieder, zunächst noch an einem Privathaus befestigt. Seit 1998 aber steht der neue Glockenturm auf der Glockenwiese, von wo aus die Ave-Glocke heute läutet. Ebenfalls auf der Glockenwiese befindet sich der Marienhain, eine 1989 erbaute kleine Mutter-Gottes-Kapelle.

Regionaler Bezug:

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