Alpebachtal

Der knapp 10km lange Alpebach ist ein Zufluss der Wiehl im Bereich des Homburger Ländchens. Seine Quelle liegt bei Alpe (Reichshof), seine Mündung auf 174m ü. NN bei Alperbrück am Fuß des Hohenberg (270m). Hinter Marienhagen durchfließt der Alpebach das ausgedehnte Waldgebiet Scherbusch und bildet ein breites Bachtal, in dem er die Wasser zahlreicher kleiner Zuflüsse aufnimmt. Höchste Erhebung im Alpebachtal ist der Wohlsberg (338m).

Bis ins 20. Jahrhundert hinein spielte im Alpebachtal der Bergbau eine große Rolle. In den Gruben Bliebach und Christiania bei Mühlhausen wurde bis 1911 Bleierz abgebaut. Das Wasser des Alpebachs speiste eine Erzwäsche, mit der das geförderte Erzgestein aufbereitet wurde; die Wäsche war über Drahtseilbahnen mit den Gruben verbunden. In den Steinbrüchen Oberste Sohle, Wilhelmsberg, Jürgesbruch und Eichhardt wurde Grauwacke gebrochen. Rund um einen der stillgelegten Steinbrüche ist inzwischen das Naturschutzgebiet Steinbruch Wilhelmsberg entstanden.

Durch den Bau der Wiehltalbahn Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Transport der geförderten Rohstoffe vereinfacht. Die historische, nicht elektrifizierte Schmalspurbahn verband über knapp 24km den Raum Siegburg mit Waldbröl auf dem Nutscheid. Bahnhof und Verladeanlagen an der Steinbreche von Alperbrück stehen heute unter Denkmalschutz.

Nicht weit vom Bahnhof steigt jährlich in den Sommermonaten die Wiehler Dahlienschau. Auf 5.000qm Ausstellungsfläche sind hinter einem Gartencenter rund 300 Dahliensorten kultiviert. Blumenliebhaber und Fachleute bestaunen hier Blumendahlien bis 3m Höhe sowie Wild- und Urformen, die vor über 200 Jahren aus Südamerika in Europa eingeführt worden sind.

Einen Abstecher lohnt der Alperbrücker Teich, der in einem bis zu 35m tiefen Grauwackebruch entstand. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs kippten die Alliierten große Mengen erbeuteter Kriegsmunition in das Gewässer. Nach Jahren wurde der Teich aufwändig trocken gelegt, die gesamte Munition geborgen und über Wochen in einem nahegelegenen Steinbruch gesprengt. Heute ist der Alperbrücker Teich wieder mit Grundwasser gefüllt und ein beliebtes Ziel für Angler.

Vom Wasser-Reichtum des Alpebachtales zeugt auch der Ortsname Morkepütz. Er leitet sich ab von Morkenpissel, das heißt Krötentümpel. Der Ort liegt auf 260m ü. NN in einer Quellmulde. Ein Gedenkstein aus Grauwacke mit der Nachbildung einer Kröte steht mitten in Morkepütz vor dem Feuerwehr-Schlauchturm und erinnert an seine Namensgebung von 1443. In einem stillgelegten Steinbruch beim Ort wurde auf 9 Hektar das Naturschutzgebiet Steinbruch Morkepütz ausgewiesen.