Abtei Mariawald

Das einzige männliche Trappistenkloster Deutschlands findet sich südlich von Heimbach auf einem gerodeten Flecken im urtümlichen Wald des Kermeters. Von Heimbach führt ein steiler Weg mit Kreuzwegestationen hierher in die monastische Abgeschiedenheit des Mönchsordens, der seit 1903 offiziell die Bezeichnung Zisterzienserorden der strengen Observanz trägt.

Die Klostergründung Mariawald geht zurück auf den Heimbacher Strohdachdecker Henrich Fluitter, der 1470 ein Gnadenbild in Köln kaufte und es in ein Hüttchen auf dem Kermeter stellte. 1486 beendeten die Zisterzienser ihren Klosterbau und nannten den Ort Nemus Mariae: Wald Mariens. Zu Zeiten der Säkularisation wurde das Kloster durch die Franzosen aufgelöst. Der bemerkenswerte Antwerpener Schnitzaltar konnte in die Heimbacher Kirche gerettet werden.

Die weiß getünchte Kirche besaß einst zwölf Altäre und einen Kreuzgang, der mit bemalten Scheiben verglast war. Nach der Zerstörung verkamen die Gebäude leider. 1860 erwarben Trappisten die heruntergekommene Klosteranlage und begannen erneut ein mönchisches Leben auf dem Kermeter. Nicht nur, dass die Trappisten gerne abgeschieden leben, sie leben auch gerne mit viel Arbeit. Sie bauten unter Verwendung der alten Mauern eine neue einschiffige Kirche in gotischer Formensprache, die zugänglich ist.

Da man allein von der Eifelluft nicht mal als Mönch überleben kann, betreiben die Trappisten eine Buch- und Kunsthandlung mit entsprechendem Angebot an kulturgeschichtlichen und religiösen Werken. Ein Klosterladen bietet die in Mariawald erzeugten Produkte an, wie Liköre, Kosmetika und Leckereien. Gäste können sich in der Klostergaststätte stärken, die bekannt ist für ihre Erbsensuppe.

Ein Wandertipp ist der Rundweg um das Kloster Mariawald unter dem Titel: Orte der Kraft (11km). Die mit T5 beschilderte Tour führt den Wanderer rund um die Abtei Mariawald und dauert etwa 4 Stunden. Man startet am Parkplatz des Klosters und wandert durch gemischte Wälder aus Laubbäumen wir Eichen und Buchen sowie durch Fichtenbestand. Vom Kermeter geht es hinab zum Staubecken Heimbach. Dort kann man im Jugendstil erbaute Kraftwerk Heimbach besuchen. Über den Kreuzweg geht es dann wieder zum Kloster.