Abtei Königsmünster

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Ein guter Teil der Mescheder Kernstadt liegt nördlich der Ruhr, für unsere Betrachtungen also in der Wanderregion Arnsberger Walds. Im Osten bildet die bewaldete Hardt (462m) die markanteste Erhebung, durch einen schmalen Sattel vom benachbarten Gipfel Eiserkaulen (459m) getrennt. Im Westen erhebt sich der Wolfskopf (399m), und nach Süden hin fällt das Gelände ins Tal der Ruhr hinunter ab.

Im Zentrum dieses nördlichen Teils von Meschede liegt die Abtei Königsmünster mit der katholischen Friedenskirche. Das Kloster ist recht jung, es wurde erst 1928 gegründet, 1932 zum Priorat erhoben und 1956 zur Abtei. Die meisten der Gebäude entstanden 1932-34. Während die Klostergebäude nicht weiter ungewöhnlich sind, fällt die Friedenskirche doch sehr auf. Sie ist ein gewaltiger roter Backsteinbau mit zwei mächtigen Türmen, der beinahe wie eine futuristische Burg oder Festung wirkt. Sie entstand 1962-64 unter Federführung des Architekten Hans Schilling. Von ihrem leicht erhöhten Standpunkt aus beherrscht sie das Ruhrtal.

Bis heute ist das Kloster von den Benediktinern bewohnt, die auch die Klosterkirche als solche nutzen. Die Gemeinschaft ist sogar recht groß, rund sechzig Mönche leben zur Zeit darin. Fünfmal täglich feiern sie ihr Chorgebet und ebenso täglich die Eucharistiefeier. In der Marienkapelle ist ein besonderer Schatz zu finden, eine über 700 Jahre alte Marienfigur aus Nordspanien. Die Abtei ist Besuchern gegenüber offen, wenn sie sich den Regeln des Klosteralltags zumindest ein Stück weit anpassen. Männer, die sich eine Zeit lang von der Hektik des Alltags zurückziehen möchten, können einige Zeit in der Klausur bei den Benediktinern verbringen, zusammen mit ihnen beten und essen.

Etwas weiter östlich auf einem Bergvorsprung oberhalb der Ruhr sind die Überreste einer tatsächlichen Burg zu finden, einer Hünenburg, früher auch Hunnenborch genannt. Die Wallanlage datiert schätzungsweise auf das 9. oder 10. Jahrhundert, wenn sie auch in den offiziellen Aufzeichnungen der Stadt nicht erwähnt wird. Zwei Wallgräben, die einst den eigentlichen Burgbereich sicherten, sind bis heute im Gelände erkennbar, ebenso einige Mauerreste. Es gibt einen kurzen Rundweg, über den man die Anlage gut erkunden kann.

Der innere Bereich der Hunnenborch war ca. 120m lang und 65m breit. Fünf Tore, eine Zisterne und ein Turm gehörten ursprünglich dazu, etwas jünger als der Rest sind die Überreste mehrerer Gebäude entlang der Mauer-Innenseiten. Vermutlich war die Hunnenborch nicht nur eine reine Fliehburg, sondern ständig bewohnt. Dort, wo sich früher die Vorburg befand, gibt es heute einen Grillplatz, weshalb sich die Hünenburg bei Meschede bestens als Etappenziel für eine Wanderung eignet.

Ein bisschen erinnert er ja an die Pilz-Häuser der Schlümpfe, der Mescheder Pulverturm in der Pulverturmstraße, nur ein Stückchen südwestlich der Abtei Königsmünster gelegen. Der eingeschossige runde Bruchsteinturm entstand 1825. Charakteristisch ist seine achteckige, mit Schiefer gedeckte Turmhaube, die ihm das Aussehen eines übergroßen Pilzes verleiht. Von 1820-60 hatte die preußische Landwehr in Meschede eines ihrer Bataillone stationiert, das den Bau als Aufbewahrungslager für Schießpulver nutzte. Heute ist er ein dekoratives Ausflugsziel und bietet durch seine leicht erhöhte Lage einen schönen Ausblick hinunter ins Ruhrtal.