Aachener Wald

Der Aachener Wald, vor Ort gerne auch Öcher Bösch genannt, ist ein weitläufiges Waldgebiet südlich von Aachen. Hier entspringen viele der kleinen Aachener Bäche, von denen die meisten – oft unterirdisch kanalisiert – in die Wurm münden.

Die Wurm ist ein 53km langer Fluss, der ebenfalls im Aachener Wald am Düsbergkopf (262m) entspringt und nördlich von Heinsberg in die Rur mündet. Ihren Namen soll die Wurm dem Umstand verdanken, dass soviele warme Bäche in sie einmünden. Warm = Wurm also. Richtig geklärt ist das allerdings nicht.

Nicht weit von der Wurm-Quelle liegt direkt an der Bundesstraße B 57 von Aachen ins belgische Eupen das Alt-Linzenshäuschen. Das Linzenshäuschen wurde im 14. Jahrhundert als Teil der äußeren Wehranlage und des Aachener Landgrabens. Im 18. Jahrhundert wurde der Wehrturm um ein Gebäude erweitert, dass der Bewirtung Reisender diente. Bis heute ist das Alt-Linzenshäuschen ein beliebtes Ausflugslokal im Aachener Wald.

Im östlichen Teil des Aachener Walds steht auf Höhe der Landstraße L 233 Gut Hebscheid. Urlundlich bekannt ist das Hofgut seit dem 15. Jahrhundert, dürfte aber älter sein. Hebscheid wurde als Weiherhaus in den Quellbereich des Holzbachs gebaut. Das dem Wirtschaftshof nach Süden angegliederte Herrenhaus stammt aus dem 16. Jahrhundert. Der landwirtschaftliche Betrieb wurde 1988 aufgegeben. Seit dem Jahr 2000 wird auf Gut Hebscheid für die Rehabilitation und Integration von Menschen mit Behinderung genutzt. In den historischen Gebäuden wird Gastronomie angeboten.

Im Grenzgebiet nach Belgien ganz im Südwesten des Aachener Walds finden sich rund fünfzig Gesteinsblöcke, die man als Zyklopensteine kennt. Bei den Zyklopensteinen entspringt bereits auf belgischem Gebiet die Göhl, die nach 58km bei Meerssen in die Maas mündet.

Im zentralen Bereich des Aachener Walds zwischen den Bundesstraße B 264 im Westen und B 57 im Osten liegen die höchsten Gipfel mit dem Brandenberg (355m), dem Klausberg (354m) und der Steineknipp (340m). Etwa in der Mitte dieser Berge liegt das bekannte Wanderwegekreuz an der Schutzhütte Siebenwege.

An der B 264 liegt das Gut Entenpfuhl. Der Hof wurde in der Biedermeierzeit (1815-1848) erbaut und 1898 zum Waldrestaurant umgebaut. Gut Entenpfuhl ist ein beliebtes Ausflugsziel im Aachener Wald mit schöner Gartenterrasse, Minigolf und kleinem Teich.

Auf der gegenüberliegenden Seite der B 264 liegt der kleine Aachener Stadtteil Preuswald. Preuswald war Ende des 19. Jahrhunderts der Luftkurort der Aachener Hautevolee und zu diesem Zweck wurde hier das Kaiser-Wilhelm-Genesungsheim errichtet, aus dem sich später das Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Maria im Tann entwickelte. Auch einen Kletterwald gibt es heute in Preuswald.

Nördlich von Preuswald erhebt sich im Aachener Wald weithin sichtbar der Mulleklenkes auf der Karlshöhe. Der Mulleklenkes ist ein 133m hoher Sendeturm.

Nicht weit entfernt liegt das Dreiländereck Deutschland-Belgien-Niederlande. Hier am Dreiländerpunkt gibt es – auf belgischer und niederländischer Seite – je einen Aussichtsturm und ein buntes touristisches Angebot.

Ein weiterer Fernmeldeturm steht rund einen Kilometer weiter östlich. Es ist Fernmeldeturm Kronprinzenrast, der früher vom belgischen Militär genutzt wurde. An der Kronprinzenrast genoss einst der damalige Kronprinz Friedrich Wilhelm und spätere 99-Tage Kaiser Friedrich III. auf der Durchreise nach Monschau den früher noch freien Blick auf Aachen.

Noch ein Stückchen weiter nördlich schon wieder am Rand der städtischen Bebauung findet man den Von-Halfern-Park. Er wurde im späten 19. Jahrhundert im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt und in ihm befinden sich bis zu 200 Jahre alte Bäume und Pflanzen, u. a. aus Nordamerika, Europa und Asien. Im ehemaligen Herrenhaus wird heute ein Waldorfkindergarten betrieben.

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