Zingsheim

Zingsheim ist der Verwaltungssitz der Gemeinde Nettersheim auf der Nettersheim-Marmagener Hochfläche in der Eifel. Über mannshohe Hecken, fruchtige Streuobstwiesen und ein guter Bestand von alten Bäumen prägen landschaftlich das Gebiet. Bereits lange vor der urkundlichen Ersterwähnung 893 auf dem Habenkonto des Klosters Prüm war die Region beliebt. Südlich von Zingsheim liegt eines der drei Matronenheiligtümer von Nettersheim.

Das römische Matronenheiligtum Zingsheim befindet sich südwestlich der Ortslage. Hier hat im 2. und 3. Jahrhundert ein Umgangstempel mit einem kleinen Raum, einer sogenannten Cella, gestanden. Jetzt ist an dem Platz ein Weihestein mit Giebel und Voluten zu finden sowie ein kleiner Altar. Die Inschriften sind noch lesbar. Natürlich stehen hier nicht die Originale, sondern Abgüsse davon. Man passiert das Matronenheiligtum bei einer Wanderung auf dem Kräuterpfad, der Nettersheim mit Bad Münstereifel verbindet.

Ein hübsches Ensemble bildet in Zingsheim die katholische Pfarrkirche St. Peter mit dem Pfarrhaus und dem Dorfbrunnen. Die Pfarrkirche St. Peter fällt durch ihren mächtig wirkenden Turm bereits ins Auge. Im Kern ist sie eine romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert. Der verputzte Bruchsteinbau erhielt 1602 einen neuen Westturm. Chor und Sakristei wurden 1717 angebaut. Einige Jahre später kam die westliche Vorhalle hinzu. Der letzte Anbau erfolgte 1965 mit einem nach Süden ausgerichteten Kirchenschiff, das an die alte Kirche angebaut wurde. Das Taufbecken stammt noch aus dem 12. Jahrhundert.

Wandernd rund um Zingsheim kann man noch weitere Spuren früherer Bauten und menschlichen Wirkens finden. Da wäre nordwestlich von Zingsheim die Felsformation Rummerschlegel zu nennen. Die zinnenartig aufragenden Felsen sind aus Dolomitgestein und stammen aus der Zeit des Mitteldevon. Entdeckt wurden hier Knochenreste, die darauf schließen lassen, dass steinzeitliche Jäger hier unterwegs waren, um Rentiere zu erlegen.

Eine ganz andere Jagdspur, mehr eine Verteidigungsspur, verfolgt man auf der Erkundung des Westwalls. Auf nordwestlich des Ortes, auf dem Willenberg (544m) kann man Reste von Bunkern und Flakstellungen finden.