Züschen (Winterberg)

Gasthof DiemeltalGasthof Diemeltal

Im Talkessel zwischen Hellenkopf (672m), Kleinem Niggenberg (628m), Großem Niggenberg (683m) und Hackelberg (690m) liegt der Winterberger Ortsteil Züschen. Durch das Tal fließt die Nuhne, ein 36km langer Zufluss der Eder. Genauer gesagt entsteht die Nuhne erst in Züschen, denn am Ortsanfang fließen Sonneborn und Ahre zusammen, und erst ab diesem Zusammenfluss heißt der Fluss Nuhne. Erstmals erwähnt wurde Züschen im Jahr 1243, entstanden ist die Siedlung aber vermutlich schon sehr viel früher, etwa im 9. Jahrhundert.

Bekannt ist Züschen vor allem bei Wintersportlern. Die Snow World Züschen liegt südwestlich des Ortes am Homberg (643m). Das Revier ist recht schneesicher, bietet ein halbes Dutzend Skilifte, sieben Pisten für Anfänger und Fortgeschrittene und teilweise Flutlichbeleuchtung. Auf Gummireifen kann man sich die Snow Tubing Bahn hinunterstürzen, zum Startpunkt führt die waghalsigen Gäste ein Lift. Ein Loipennetz von rund 25km Länge wird für die Langläufer gespurt.

Ein Heimatmuseum der besonderen Art ist Borgs Scheune. Das hübsche, zweigeschossige Fachwerkhäuschen aus dem Jahr 1791 war ursprünglich tatsächlich eine Scheune. In den 1990er Jahren war das Gebäude so baufällig geworden, dass man es eigentlich auch hätte abreißen können. Gut, dass das nicht passierte. Denn dank der Arbeit eines engagierten Trägervereins ist aus dem abbruchreifen Häuschen eine echtes Schmuckstück geworden. Der Brunnen neben dem Museum wurde erst 1989 entdeckt. Er geht vermutlich auf das Mittelalter zurück.

Ein interessanter Themen-Wanderweg in Züschen ist der Züschener Mythen- und Sagenweg. Für ihn stehen zwei alternative Streckenführungen zur Auswahl. Die kürzere ist nur 7km lang, die längere bringt es auf 17km und taugt damit durchaus als Tageswanderung. Die Landschaft rund um Züschen wäre eigentlich alleine schon Grund genug, hier eine Wanderung zu planen. Berge, Täler und Schluchten liegen auf der Strecke, die mit einem altgermanischen Runenzeichen markiert ist. Zugleich lernt man aber auch einiges über die magische Vergangenheit einzelner Örtlichkeiten am Wegesrand, über Götter aus alten Zeiten und über alte Gerichtsstätten.

Rund 4km in südwestlicher Richtung von Züschen entfernt liegt die Ziegenhelle (816m). Der Gipfel ist ein Kreuzungspunkt mehrerer Wanderwege: Winterberger Hochtour, Sauerland-Höhenflug und Hochsauerland-Kammweg statten der Ziegenhelle einen Besuch ab. Denn der hochgelegene Gipfel eignet sich prima für eine schöne Aussicht zum Kahlen Asten (842m), über die Niedersfelder Hochheide und bis hinüber ins Wittgensteiner Land. Ein erster Aussichtsturm wird 1887 erwähnt.

Ein zweiter, hölzerner Turm ist für die 1930er Jahre bekannt. Dieser war im Laufe der Jahrzehnte morsch geworden, so dass man ihn 1973-74 ersetzte. Der neue Turm war ebenfalls aus Holz und 12m hoch - doch auch dieser hielt nicht für die Ewigkeit und ist inzwischen aus Sicherheitsgründen abgerissen worden. Im Frühsommer 2011 wurde dann der neue 13m hohe Ziegenhellenturm gebaut. Bleibt zu hoffen, dass dieser Aussichtsturm stabiler ist als seine Vorgänger.