Wuppertal

Wuppertal ist nach Düsseldorf die zweitgrößte Stadt im Bergischen Land. Aber da sich Düsseldorf gar nicht so recht bergisch fühlen mag und Wuppertal auch noch im Zentrum des Bergischen Lands liegt, darf man die Großstadt an der Wupper mit Fug und Recht als Hauptstadt des Bergischen Lands bezeichnen. Wuppertal ist eine der Wiegen der Industrialisierung in Deutschland und von der Geografie trifft wohl Tom Tykwers Beschreibung recht gut, der Wuppertal wegen der vielen Steigungen als das San Francisco Deutschlands bezeichnete.

Wuppertal ist eine junge Stadt und entstand erst 1929 durch die Zusammenlegung der Städte Barmen, Elberfeld, Ronsdorf, Cronenberg und Vohwinkel. Daher hat Wuppertal mehrere lokale Zentren. Sucht man aber tatsächlich die Innenstadt von Wuppertal, wird man im Stadtbezirk Elberfeld fündig, genauer im Wohnquartier Elberfeld-Mitte, das sich oberhalb des Hauptbahnhofs nördlich der Wupper erstreckt.

Im Zentrum steht das Rathaus von Elberfeld oberhalb des Neumarkts. Das Elberfelder Rathaus wurde im Jahr 1900 vom Kaiser persönlich eingeweiht – zusammen mit der Wuppertaler Schwebebahn und der Barmer Ruhmeshalle. Das im Stil der Neugotik erbaute Rathaus wird vor allem durch den 79m hohen, quadratischen Rathausturm geprägt. Die Fassade ist aus dunklem Londorfer Basalt. Im Elberfelder Rathaus fährt heute noch einer der selten gewordenen Paternoster-Aufzüge.

Vor dem Elberfelder Rathaus steht am Nordrand des Neumarkts der Jubiläumsbrunnen. Der Wuppertaler Jubiläumsbrunnen ist eine Nachbildung des Neptunsbrunnens in Trient und wurde zum 25jährigen Jubiläum des Elberfelder Verschönerungsvereins 1895 eingeweiht.

Folgt man vom Neumarkt aus dem Wall (der Name deutet darauf hin, dass hier einst der westliche Rand der Stadtbefestigung von Elberfeld verlief), kommt man zum Standort des alten Rathauses von Elberfeld. Hier befindet sich seit 1902 das Städtische Museum, das seit 1961 den Namen Von der Heydt-Museum trägt. Die Sammlung des Von der Heydt-Museums umfasst Gemälde, Skulpturen, Grafiken und Fotografien vom 17. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Ein Sammlungsschwerpunkt ist die französische Malerei des 19. Jahrhunderts und die Moderne Kunst.

Folgt man dem Wall noch ein Stück Richtung Wupper, kommt man zur Kirchstraße, in der die City-Kirche steht. Diesen Namen trägt die älteste Kirche Elberfelds seit 2002. Vorher war sie bekannt als Alte reformierte Kirche. Ihre Wurzeln liegen wohl im 10. Jahrhundert. Der heutige Bau stammt allerdings von 1953. Die City-Kirche verbindet Spiritualität mit Kunst und Gesellschaft und ist heute ein wichtiger Veranstaltungs- und Begegnungsort in der Wuppertaler City.

Geht man die Kirchstraße weiter, kreuzt man die Alte Freiheit, den historischen Siedlungskern von Elberfeld, von dem man heute allerdings nichts mehr sieht. Geht man hier links und die nächste wieder rechts, steht man vor der evangelischen Kirche am Kolk. Die schlichte barocke Saalkirche aus Sandsteinmauerwerk entstand 1749-52 und wird von einem Zwiebelturm gekrönt.

Die Alte Freiheit wird auf Höhe der Kirche am Kolk zur Poststraße und hier findet man das Wuppertaler Uhrenmuseum. Das private Museum wurde 1958 eröffnet und zeigt eine interessante Ausstellung zu Uhren aus allen Zeiten der Menschheitsgeschichte, aber auch weitere spannende Sammlungen, etwa eine umfangreiche Sammlung von Speisekarten aus aller Welt und rund 20.000 Weinetiketten, die zeigen, wie Kunst und Zeitgeist die Gestaltung beeinflussen.

Hinter dem Uhrenmuseum stößt man auf die Schwanenstraße, der man nach rechts folgt, um zum Rex-Theater zu kommen. Das 1888 eröffnete Rex-Theater war einst eine der ersten Adressen für Varieté in ganz Deutschland. Heute ist von dem Glanz leider nicht mehr zuviel zu sehen. Das Rex-Theater ist heute ein Kino.

Wenn man jetzt über den Hofkamp zurück zur Neumarktstraße geht, passiert man wieder das Elberfelder Rathaus. Noch ein Stückchen lockt die Galeria Kaufhof Kunden zum Einkauf. Warum wir das erwähnen: Hier in Wuppertal (damals eigentlich noch Elberfeld) wurde 1885 von Leonhard Tietz das erste Kaufhaus in Deutschland eröffnet. Tietz wurde später von den Nazis „entschädigt“, seine Firma in Kaufhof umbenannt – heute Teil der Metro AG.