Wuppertal-Elberfeld

Elberfeld war bis zur Bildung der Stadt Wuppertal 1929 eine eigene Großstadt und ist heute sowohl Stadtteil als auch Stadtbezirk von Wuppertal – alles drei mit jeweils unterschiedlichen Ausdehnungen. Daher definieren wir zuerst, was wir meinen, wenn wir über Elberfeld schreiben: nämlich den südlich der Wupper gelegenen Teil des Stadtbezirks Elberfeld, namentlich die Südstadt und Grifflenberg. Das eigentliche Zentrum Elberfelds beschreiben wir im Kapitel Wuppertal.

Wir starten unsere Erkundung am Hauptbahnhof und halten uns in westlicher Richtung. Dann kommt man schnell zur Historischen Stadthalle am Johannisberg, eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Wuppertal. Die Historische Stadthalle Wuppertal ist wegen ihrer exzellenten Akustik weltweit bekannt. Die Stadthalle wurde 1896-1900 im Stile der Neorenaissance italienischer Prägung aus Sandstein mit vier markanten Ecktürmen erbaut. Der große Saal bietet rund 1.600 Sitzplätze und Stehplätze für etwa 2.000 Personen.

Quasi in direkter Nachbarschaft der Historischen Stadthalle steht die Wuppertaler Schwimmoper. Die Wuppertaler Schwimmoper wurde als Stadtbad 1955-57 errichtet. Seinen volkstümlichen Namen verdankt das Stadtbad der Diskussion, ob an der Stelle ein Opernhaus oder eben ein Schwimmbad entstehen sollte. Es wurde ein Schwimmbad, aber die Oper hat sich seitdem im Namen erhalten. Das markante Äußere der Schwimmoper im Kontrast zur Stadthalle macht das Gebäude zu einem wichtigen Bestandteil Wuppertaler Architektur.

Geht man von hier über die Südbrücke zur Weststraße, trifft man auf das von 1953-2005 betriebene Kloster St. Ursula und die katholische Pfarrkirche St. Suitbertus. Die Pfarrkirche St. Suitbertus wurde 1896-99 im Stile der Spätromanik erbaut. Ein Westwerk mit Doppelturmfassade, die der des Limburger Doms nachempfunden ist, ist dem Langhaus vorgesetzt, für das Innere dienten vor allem Elemente des Bonner Münsters als Vorbild.

Folgt man der Weststraße, kommt man bald zur evangelischen Christuskirche. Die Christuskirche in Elberfeld wurde 1899-1901 erbaut und im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Der Wiederaufbau mit teilweise durchaus modernen Anleihen erfolgte ab 1955.

Hält man sich weiter südlich, kommt man ins Wohnquartier Grifflenberg, das sich am gleichnamigen Grifflenberg (268m) befindet. Die wichtigste Einrichtung hier ist die 1972 gegründete Bergische Universität Wuppertal, die mittlerweile rund 20.000 Studierende zählt und sehr aktiv in die internationale Forschung vernetzt ist. Einer der bekanntesten Professoren der Bergischen Universität verdankt seinen Ruhm allerdings einer ganz und gar unakademischen Sache: Der Wuppertaler Prof. Dr. Eckard Freise wurde 2000 der erste Hauptgewinner bei der deutschen Ausgabe von „Wer wird Millionär?“

Noch weiter südlich kurz vor dem Übergang von Elberfeld nach Cronenberg liegt der kleine Von der Heydt-Park. An beiden Enden des Parks befindet sich eine Kirche: Im Westen ist es die katholische St. Hedwig Kirche, die 1958-59 erbaut wurde. Im Osten steht die evangelische Johanneskirche, die 1948-49 als Notkirche entstand.