Wirmighausen

Wirmighausen, wie seine Nachbarn Adorf und Flechtdorf ein Ortsteil der Gemeinde Diemelsee, liegt in einem Talkessel, rundum umgeben von mehreren 500ern: Rottenberg (500m), Lenkenberg (513m), Eichenlied (532m) und Renschel (526m). Einzig der Gurenberg, der das Rund im Nordosten komplettiert, bringt es nur auf 491m ü. NN. Wie viele andere Diemelseer Ortsteile ist Wirmighausen recht alt. Schon 1101 wird der Ort erstmals urkundlich erwähnt.

Ein wenig außerhalb von Wirmighausen, auf einem Hochplateau beim Gurenberg im Nordosten gelegen, findet sich bis heute eine Gruppe von Gebäuden unter dem Namen Zollhaus. Dieser Name deutet darauf hin, dass hier früher eine Grenze verlief, die das Gebiet der Waldecker Grafen von Westfalen trennte, und auf der eine Zollstation eingerichtet war. Händler auf der Straße wurden durch einen Schlagbaum aufgehalten, wer weiterziehen wollte, musste die Gebühren bezahlen. Heute steht dort der größte Bauernhof Wirmighausens, und bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es noch einen Pferdestall für bis zu sechzig Tiere. Auch eine Burg soll hier mal im Mittelalter gestanden haben – von der ist allerdings außer einer Bodenverformung nichts mehr zu sehen.

Wer sich für Mineralien interessiert, für den ist die Zölestingrube in Wirmighausen eine spannende Station, und Naturfreunde können durch das Naturschutzgebiet Auf der Buchenlied wandern. Inmitten der ansonsten landwirtschaftlich genutzten Flächen liegen drei kleine Waldstücke mit insgesamt rund 20ha Fläche östlich von Wirmighausen auf halbem Wege nach Gembeck. Vor allem im Frühjahr lohnt sich eine Wanderung durch die Wälder, wenn der selten gewordene Märzenbecher hier in großer Zahl blüht und der charakteristische Geruch von Bärlauch in der Luft liegt.

Westlich von Wirmighausen in Richtung Benkhausen gibt es noch mehr Natur zu entdecken: Mehrere malerisch gelegene Kalksteinfelsen liegen hier am Wegesrand, die Hollenlöcher. Der Sage nach sollen sie Wohnsitz der Fabelwesen mit dem namen Hollen sein.