Wirberg

Die ehemalige Klosteranlage Wirberg befindet sich am östlichen Rand der Gemeinde Reiskirchen, zwischen Saasen (hier entspringt die Wieseck) und dem rund 8km entfernten Grünberg. Früher war die Klosteranlage Wirberg Zentralkirche für die Grünberger Stadtteile Göbelnrod, Reinhardshain und Beltershain, während sie heute als Kirche für besondere Anlässe dient. Ihre geographische Lage ermöglicht einen guten Ausblick über die Wetterau bis in den Taunus.

In alten Urkunden wird der Wirberg oft als Wehrberg bezeichnet. Deshalb ist anzunehmen, dass er von Beginn an dem Schutz der umliegenden Dörfer diente. Hier konnten die Menschen während Kriegszeiten Schutz und Zuflucht suchen und unterstellten sich deshalb einem Ritter namens Manegold.

Das Prämonstratenser-Kloster Wirberg entstand Mitte des 12. Jahrhunderts als Doppelkloster für Nonnen und Mönche. Ende des 13. Jahrhunderts erfolgte die Umstrukturierung in ein reines Frauenkloster, welches zum Orden der Augustiner-Chorfrauen gehörte. Als Stifterin der Klosteranlage gilt Aurelia, die Tochter des Ritters Manegold. Sie spendete beim Eintritt in das Kloster ihren Erbbesitz. Im Jahre 1527 wurde das Kloster säkularisiert und 1607 der Universität in Marburg sowie der neuen Universität Gießen übereignet. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde das Pfarrhaus und die Kirche teilweise schwer beschädigt.

1755 wurde die heutige evangelische Kirche auf dem Wirberg eingeweiht, die auch heute noch für Taufen, Konfirmationen und Trauungen genutzt wird. 1965 fand eine umfangreiche Renovierung statt und 1987 wurde ein neuer Glockenstuhl aus Eichenholz eingebaut und die historische Glocke aus dem 13. Jahrhundert restauriert und elektrifiziert.

Hinter dem Altarraum der Kirche auf dem Wirberg befindet sich eine große Wiese, die von Jugendgruppen aus der evangelischen Kirche Hessen Nassau für Zeltlager und Freizeitveranstaltungen genutzt wird.