Wilnsdorf

Wieland der Schmied soll der Namenspatron für Wilnsdorf gewesen sein. Darauf deuten frühe Urkunden aus dem 14. Jahrhundert hin, in denen der Ort Wylandisdorf oder Willantzdorff genannt wird. Ob dieser sagenumwobene Held tatsächlich gelebt hat, und ob sich der Name des Ortes tatsächlich von ihm ableitet, bleibt dahingestellt. Sicher verbürgt ist hingegen die erste urkundliche Erwähnung Wilnsdorfs im Jahr 1185. Wilnsdorf liegt im Weißtal, eingefasst von Hemmersberg (467m), Hohenroth (451m), Elkersberg (443m) und Wildenberg (469m).

Am Hang des letzteren liegt praktisch direkt neben der Bundesstraße B 54, aber durch einen Waldstreifen geschützt, der Wilnsdorfer Weiher. Vor allem im Sommer ist er für Ausflügler und Erholungssuchende ein beliebtes Ziel. Zudem lassen sich von hier aus schöne Wanderungen starten, etwa in südwestlicher Richtung zum Landeskroner Weiher oder nach Osten Richtung Kalteiche (579m).

Auch der Themenweg Auf Bergmannspfaden führt ganz in der Nähe vorbei. Ratzenschied und Briedoffelsloch sind nur zwei der zahlreichen Stolleneingänge, die an der Wanderstrecke liegen. Die knapp 13 km lange Wanderung startet direkt am südlichen Ortsausgang von Wilnsdorf. Dort am Parkplatz neben der Bundesstraße B 54 informiert bereits die erste Schautafel über den Weg und seine Attraktionen. Zu denen gehören nicht nur ehemalige Bergbaustollen, sondern auch der Steinbruch Kettner, das Naturdenkmal Dreistamm und der Brunnen Goldschmiedsborn.

Folgt man vom Weiher aus der Hauptstraße nördlich nach Wilnsdorf hinein, gibt es gleich mehrere sehenswerte Gebäude. Eines davon ist das ehemalige Arrestgebäude. Es wurde 1839 fertiggestellt und bis in die späten 1950er Jahre hinein genutzt, um große und kleine Ganoven einzusperren. Nur wenige dieser Arresthäuser sind heute noch erhalten. Heute ermöglicht es einen Blick darauf, wie vor hundert Jahren der Strafvollzug aussah.

Ebenfalls einen Blick in die Vergangenheit bietet das Museum Wilnsdorf unter dem Motto „Auf Zeitreise“. Die Themen der Ausstellung sind breit gefächert. Von der Erdgeschichte bis zum Siegerländer Bergbau, vom historischen Kaufmannsladen bis zu antiken Hochkulturen reicht die Bandbreite. Wechselnde Sonderausstellungen sorgen dafür, dass auch regelmäßige Besucher immer wieder etwas Neues entdecken können.

Einen Besuch wert ist auch die katholische Kirche St. Martin, ein recht neuer Bau. Architektonisch interessant ist hier vor allem der denkmalgeschützte Kirchturm, der von der neuromanischen Vorgängerkirche übernommen wurde. Im Inneren der Martinskirche finden sich zwei sehenswerte Details. Zum einen der prunkvolle barocke Hochaltar aus dem 18. Jahrhundert, zum anderen eine spätgotische Holzplastik der Muttergottes mit Kind. Beide Stücke wurden ebenso wie der Turm aus dem Vorgängerbau übernommen.

Die 1911-13 gebaute evangelische Kirche in Wilnsdorf wurde auf den alten Grundmauern der Wilnsdorfer Burg erbaut. Hier residierten Ende des 11. Jahrhunderts die Ritter von Kolbe, die als Vögte weite Teile des Siegerlands verwalteten. Die Burg wurde 1233 komplett zerstört. Daran erinnert heute eine Zeichnung in der Kirche, die das Wappen der Ritter und einen brennenden Turm mit der Jahreszahl 1233 zeigt.