Westwallweg (Rur-Eifel)


Erstellt von: wetomiel
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 54 Min.
Höhenmeter ca. ↑486m  ↓486m
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Der Westwall war eines dieser gigantischen Propagandaprojekte, die das NS-Regime im Dritten Reich ins Leben rief. Die Verteidigungslinie, die vom Niederrhein bis nach Basel reichte, sollte auf einer Länge von über 600km mehr als 22.000 Verteidigungsstellungen umfassen und klar signalisieren: Wir wollen im Westen Ruhe und planen keinen Zweifrontenkrieg.

In der Rur-Eifel erinnert der Westwallweg an dieses gigantomanische Projekt, das letztlich keinen größeren Sinn erfüllte und nur die Staatskassen leerte. Start des Westwallwegs ist am Junkerhaus in Simonskall. Das Junkerhaus ist ein Doppelhaus mit einem mit Schießscharten versehenen vorgebauten Wehrturm. Dieser Turm ist der älteste Teil von Simonskall und wurde im Jahr der Ortsgründung 1608 erbaut.

Vom Junkerhaus kommt man zum Kremer Hof (auch alte Burg genannt, ein Bruchsteinbau aus dem 17. Jahrhundert) und der Kremer Mühle, die aus dem 18. Jahrhundert stammt und einst Teil einer Eisenhütte war. Die Kremer Mühle ist ein Bruchsteinbau auf nahezu quadratischem Grundriss mit einem Walmdach. Die Aufhängung des Mühlenrades sowie der Obergraben sind noch vorhanden.

Man wandert nun in die Wälder des Höhenzugs Buhlert hinein und kommt bald zu einem Aussichtspunkt mit schönem Blick über das Kalltal. Später erreicht man die erste Anlage der Bunkergruppe am Buhlert, den Bunker 132. Es handelt sich hierbei um einen Gruppenunterstand mit angehängtem Kampfraum (Regelbautyp 10 des Limesprogramms).

Der etwas weiter südlich gelegene Bunker 131 ist gleichen Typs. Von hier aus kaum sichtbar liegt etwas weiter östlich mit Bunker 135 ein MG-Schartenstand, der einzig erhaltene Regelbautyp 23 in diesem Gebiet. Etwas weiter südlich am Wegesrand liegt Bunker 139/40, ein Regelbautyp 11, die wohl größte erhaltene Anlage im Buhlert.

Nun geht es parallel zum Tiefenbachtal wieder zurück Richtung Simonskall. Im kleinen Klafterbachtal stößt man auf eine Gedenktafel, die an die Schlacht vom Hürtgenwald erinnert. In Simonskall lohnt noch ein Abstecher zur Marienkapelle, die 1934-35 erbaut wurde. Die Wanderung ist durchgängig mit der Nummer 86 markiert und ohne GPS-Unterstützung zu wandern!

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