Über den Ochsenkopfweg zum Eifel-Blick Jägerhaus im Hürtgenwald (Rur-Eifel)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 9 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 13 Min.
Höhenmeter ca. ↑176m  ↓176m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Der Ochsenkopfweg ist einer von sechs historisch-literarischen Wanderwegen, den die Konejung-Stiftung, die Gemeinde Hürtgenwald und die Rureifel-Touristik 2008 einrichteten. Der Themenweg selbst ist nur gut 2km lang, daher bietet sich eine Verlängerung zum Eifel-Blick Jägerhaus an.

Der Ochsenkopfweg erinnert an die Schlacht im Hürtgenwald, die verlustreichste Schlacht der US-Army bei der Befreiung Deutschlands vom Nazi-Regime. Zigtausende Soldaten starben zwischen Oktober 1944 und Februar 1945, bis es den US-Truppen gelang, den Hürtgenwald zu nehmen und weiter Richtung Rheinland zu ziehen. Im Amerikanischen wurde der Hürtgenwald als „Hurt-genwald“ (to hurt = verletzen) bekannt. Sprengfallen, Scharfschützen und eisige Temperaturen verwandelten den Hürtgenwald in einen Schmerzenwald.

Wir starten den Ochsenkopfweg am Wanderparkplatz Ochsenkopf am Westhang des Ochsenkopfs (485m). Schon direkt zu Beginn des Weges sieht man rechterhand im Wald alte Stellungen und Deckungslöcher. Ein Gedenkstein erinnert an zwei amerikanische und einen deutschen Soldaten, die hier bei Waldarbeiten 1976 gefunden wurden. Bis heute sind noch Hunderte von Soldaten beider Seiten vermisst und immer wieder werden sterbliche Überreste gefunden.

Später passiert man Reste von Bunkern des Westwalls (auch Siegfried-Linie genannt), den die Nazi 1938-40 erbauen ließen. Über eine Strecke von mehr als 600km sicherten 18.000 Bunker, Gräben und Panzersperren einen Abschnitt von den Niederlanden bis hinunter in die Schweiz.

Am Ende des Ochsenkopfwegs folgen wir einfach weiter dem sogenannten Mittelweg in Richtung Jägerhaus. Das Forsthaus Jägerhaus steht auf 566m ü. NN und ist damit der höchste Punkt im Hürtgenwald. Das Jägerhaus wurde schon zu Beginn der Schlacht im Hürtgenwald von den US-Truppen eingenommen. Trotzdem vergingen noch Wochen, bis man tatsächlich am östlichen Ende des Hürtgenwalds stand, Wochen, in denen Tausende Liter Blut den Waldboden tränkten.

Auf der anderen Seite der Bundesstraße B 399 lädt der Aussichtspunkt Eifel-Blick Jägerhaus zu einem schönen Rundumblick über den Hürtgenwald, ins Aachener Land, zur niederländischen Provinz Limburg, nach Norden in die Jülicher Börde und zur Kölner Bucht.

Bildnachweis: Von Wingman8472 [GFDL], via Wikimedia Commons

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