Welschen Ennest

An der Rahrbacher Höhe entspringt der gleichnamige Bach, der schon wenig später Olpebach oder kurz Olpe heißt und mit 15,4km der längste Zufluss der Hundem ist. Die Olpe ist auf ihrem Lauf die natürliche Grenze zwischen Ebbegebirge und dem Rothaargebirge. Der größte Ort innerhalb des Olpetals ist Welschen Ennest, das 1334 erstmals erwähnt wird.

Welschen Ennest liegt in einem Talkessel am Rande des Rothaarkammes. Während in den unbebauten Tallagen noch Grünlandwirtschaft betrieben wird, sind die Höhenlagen überwiegend von Weihnachtsbaumkulturen und Fichtenhochwald bedeckt. Eine fantastische Aussicht über das Tal bietet das Wolfshorn (642m) direkt westlich von Welschen Ennest.

Die nahe Grenze zum Siegerland ist unter anderem durch mehrere erhaltene Grenzsteine heute noch sichtbar. Auch Überreste eines um 1420 errichteten Grenzwalls sind am Rand von Welschen Ennest zu erkennen. An die Rechtsprechung vergangener Zeiten erinnert ein Naturdenkmal: die alte Gerichtslinde. Hier sollen der Überlieferung zufolge schon im Mittelalter die Urteile der Gerichtsbarkeit vollstreckt worden sein.

In Welschen Ennest ist die Pfarrkirche St. Johannes Baptist am Marienbrunnen in der Ortsmitte einen zweiten Blick wert. Sie stammt aus dem Jahr 1902 und zeigt wie viele andere Kirchen und Kapellen in der Region den typisch neugotischen Stil. Ein Überrest aus der alten Kapelle, der Vorgängerin der heutigen Kirche, ist der siebenarmige Kerzenleuchter, der zur Innenausstattung der Pfarrkirche gehört. Hochaltar, Seitenaltäre, Kanzel und mehrere Holzfiguren stammen wie die Kirche selbst aus dem ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts. Die Orgel hingegen wurde kurz vor der Jahrtausendwende neu angeschafft.

Besondere Bedeutung hatte in der Vergangenheit der Bahnhof Welschen Ennest, der für den Abtransport von Erzen aus den umliegenden Gruben ein wichtiger Umschlagplatz war. Davon zeugen heute auch noch die Reste einer Seilbahn, die von Silberg nach Welschen Ennest führte.