Wellingen

Wellingen ist ein Stadtteil von Merzig und liegt im Westen der Kreisstadt, direkt an der Autobahn A 8. Wellingen und das benachbarte Büdingen sind die die kleinsten Stadtteile und dienen heute weniger der Landwirtschaft, als dem Wohnen. Ziel einiger Wanderer, Künstler und Touristen ist die Höhe zwischen Wellingen und Büdingen, wo einige Skulpturen in die Landschaft ragen.

Die Steine an der Grenze sind das Ergebnis von Bildhauersymposien. Das erste fand 1986 auf Initiative des Merziger Bildhauers Paul Schneider statt. Mittlerweile liegen an der rund 4km langen Strecke bis in die französischen Orte Launstroff und Waldwisse 34 künstlerisch bearbeitete Steine von Bildhauern aus zahlreichen Nationen. Die ganz besonderen Grenzsteine haben Völkerverständigung zum Thema. Die Menhirs de l’Europe bilden sozusagen das deutsch-französische Pendant zur nordsaarländischen Straße der Skulpturen.

Von den Gauhöhen hat man einen wunderbaren Blick in die Landschaften hüben und drüben, Saarland und Lothringen. Immer am 14. und 15. August findet hier das Grenzlandfest statt. Der anregende Skulpturenweg in der harmonischen Naturlandschaft ist Teil des umfangreichen Rad- und Wanderwegenetzes von Merzig und als Gustav-Regler-Wanderweg bezeichnet.

In Wellingen steht die Alte Wellinger Kapelle unter Denkmalschutz. Sie wurde aus letzter Not errettet, könnte man so sagen, denn zuvor war sie Gipslager, sollte vielleicht Wohnhaus werden, verfiel und dann gründete sich ein Verein und richtete sie wieder her. Dabei wurden Fresken freigelegt soweit es noch möglich war. Der Fliesenspiegel konnte nicht mehr gerettet werden, man schaffte aber andere alte Fliesen herbei, nämlich welche aus dem Saarbrücker Schloss. Heute kann man die Kapelle mit dem Baujahr 1884 auch für Feierlichkeiten wieder beleben.

In der Lilienstraße findet sich als weiteres Baudenkmal das ehemalige Zehnthaus der Abtei Mettlach aus dem Jahr 1721 (Hausnummer 24) und mit der Hausnummer 9 ein Bauernhaus mit Gewölbekeller aus dem 19. Jahrhundert.

In Büdingen gibt es passend zu den Skulpturen eine Steinmetzstraße. Die hieß wahrscheinlich schon vorher so. Dort steht die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung aus dem Jahr 1826. In der Straße Zum Saargau haben sich einige schmucke Bauern- und Gutshäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert erhalten sowie das Pfarrhaus.

Der 8km lange Gustav-Regler-Weg ist einer von 19 Saar-Lor-Lux Kulturwanderwegen, die zu historischen Personen des Saarlandes oder auf Ereignisse dieses Landstriches eingehen. Gustav Regler war ein deutscher Schriftsteller und Journalist, der 1898 in Merzig geboren wurde und dort auch seine Grabstelle hat (1963). Er war Kommunist und verließ 1933 Deutschland. Später kehrte er sich aber auch vom Stalinismus ab und lebte in unterschiedlichen Ländern. Seine Autobiographie, Das Ohr des Malchus, erschien 1958 und ist ein Stück Zeitgeschichte.

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