Weilbach (Flörsheim am Main)

Weilbach mit seinen rund 3.800 Einwohnern ist der nördlichste Stadtteil von Flörsheim am Main. Der Weilbach ist ein 14km langer Zufluss des Mains. Sein Quellgebiet liegt beim Hofheimer Stadtteil Langenhein und er heißt zunächst Kassernbach und nachdem er den Ardelgraben aufnimmt, wird er auch Ardelbach genannt. Der Weilbach strömt bei Flörsheim in den Main. Bei Weilbach wurden abgelagerte Kiese und Sande abgebaut.

Eindrückliches Beispiel ist die Weilbacher Kiesgrubenlandschaft mit ihren Feucht- und Trockenbiotopen. Nachdem die ehemalige Grube auch als wilde Deponie und für Motocross genutzt wurde, ist es ab 1980 gelungen, aus den Weilbacher Kiesgruben einen wunderbaren Naherholungsraum zu schaffen, in dem sich Flora und Fauna wohl fühlen. Rund um das Naturschutzgebiet liegen fünf Aussichtstürme, die einen schönen Blick in die Wanderregion bieten, durch die die Regionalpark-Rundroute Rhein-Main und die Bonifatius-Route führen.

Auch der im Gebiet gelegenen Silbersee, ein Grundwassersee, konnte rekultiviert werden. Hier und in den Teichen tummeln sich Amphibien, wie der seltene Teichmolch, und das Gelände wird von wetterfesten Ziegen sauber gehalten, die Blätter, Zweige und Rinde wegknabbern.

1991 entstand das Naturschutzhaus Weilbacher Kiesgruben als Ort der Umweltbildung. 2011 konnte das Regionalparkportal eröffnet werden. Ein Jahr später wurde der auffällige 41m hohe Regionalparkturm als optisches Highlight eingeweiht. Von dort aus lässt sich ein fantastischer Blick über das Pilotgebiet und die Rhein-Main-Region genießen.

Wen es dabei schwindelt, findet sich vielleicht im Pavillon Haus des Dichters ein. Das Haus des Dichters steht auf einem aufgeschütteten Hügel am westlichen Rand der Weilbacher Kiesgrube und ist umgeben von einem Gingkohain. Gleich davor winkt auf einem Mast eine Feder. Sie erinnert an die Rheinreise Goethes 1814-15. Ein Gedicht aus der Sammlung Westöstlicher Diwan heißt Gingko biloba und passt hervorragend zu diesem Ort. Im Haus des Dichters laden Bücher in den Regalen dazu ein, sich auch auf literarischen Pfaden zu tummeln.

Weilbach hat einen hübschen Ortskern mit restaurierten Fachwerkhäusern zu bieten. Das Weilbacher Schloss (in Privatbesitz) ist ein besonderes Schmuckstück. Es entstand aus einer Burganlage des 13. Jahrhunderts und wurde ab dem 17. Jahrhundert zu einem Schlossgut ausgebaut. Die mittelalterliche Anlage ist gut erkennbar, teilweise durch einen trockenen Graben geschützt. Drei der vier Ecktürme sind im Mauerwerk erhalten. Die Anlage ist vom Grundriss her ein Rechteck und aus Bruchsteinmauerwerk sowie Sandstein erbaut.

Auffallend ist das Wohnhaus aus dem frühen 18. Jahrhundert, das auf einem hohen Bruchsteinsockel steht und unter einem Walmdach mit zweigeschossigem Zierfachwerk glänzt. Nicht nur eine Augenweide für Architekturstudenten und Zimmerleute!

Die Ansicht verschönert im Panorama die katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, die 1874-75 anstelle eines Vorgängerbaus errichtet wurde. Die neuromanische Säulenbasilika besteht aus unverputztem Ziegelmauerwerk und der dreigeschossige Westturm mit Zeltdach ist weithin sichtbar. Nahebei ist das Pfarrhaus. Vom 1902 errichtetem klar gegliederten Bau segnet eine Christusfigur aus einer zentralen Nische im Obergeschoss die Vorbeiwandernden.

Wanderer auf der Regionalpark-Rundroute Rhein-Main kommen noch an einem sehr speziellen Aussichtspunkt vorbei, der sogenannten Aussichtsbastion an der A 3. Auf einem aufgeschütteten Erdhaufen an der Straße nach Bad Weilbach sieht man die Autos über die Autobahn rauschen - aber auch einen schönen Blick auf die Skyline von Frankfurt, die man durchLandschaftsrahmen wie in einem Fotoalbum betrachten kann.