Warstein

Die Warsteiner Kernstadt liegt auf einer offenen, von Feldern und Wiesen geprägten Karstlandschaft, die ihrerseits von dichtem, zusammenhängendem Wald umschlossen ist. Rundherum erheben sich einige Berge, die nur im Süden und Westen über die 400m ü. NN hinauskommen. Zu ihnen gehören Tüppel (461m) im Süden und Kahlenbergsköpfe (467m) im Westen. Im Norden sind die Berge niedriger: Hahnsekopf (340m) und Stillenbergskopf (399m) sind hier zu nennen. Durch Warstein fließt die Wester, auch Wäster genannt. Der 8km lange Möhne-Zufluss entsteht südlich von Warstein, wo Wideybach und Langer Bach zusammenfließen.

Nicht weit von diesem Zusammenfluss liegt der deutschlandweit wohl bekannteste Betrieb der Stadt: die Warsteiner Brauerei. Die Großbrauerei wurde 1753 gegründet, und obwohl sie zu den ganz großen der Branche gehört und internationale Absatzmärkte erschlossen hat, ist sie bis auf den heutigen Tag in Familienbesitz. Am Stammsitz in Warstein wird auch der größte Teil der Gesamtproduktion gebraut. Jedes Jahr besuchen mehrere Zehntausend Gäste die Brauerei, für die vor einigen Jahren ein rund 53.000qm großes Besucherzentrum eingerichtet wurde. Über die Geschichte der Brauerei kann man sich informieren, die Produktionsanlagen werden erklärt und nicht zuletzt kann man im Biergarten die Produkte der Brauerei verkosten.

Wie viele große Unternehmen ist auch die Warsteiner Brauerei im Sport-Sponsoring aktiv. Fußball oder Wintersport sind noch relativ unspektakulär. Spannender ist da das Sponsoring für den Ballonsport. Weltweit über hundert Heißluftballone tragen das Logo der Brauerei. Und jedes Jahr am ersten Wochenende im September richtet die Brauerei die Internationale Montgolfiade aus. Zu dem Wettbewerb, der seit 1986 stattfindet, treten jedes Jahr über 200 Teams an. Bis zu 300.000 Zuschauer kommen, um die Heißluftballone zu bewundern - vor allem die Sonderformen sind beliebt. Schließlich sieht man nicht alle Tage ein überdimensionales Brandenburger Tor, einen Löschzug oder eine Lokomotive über den Himmel schweben.

Die älteste Kirche Warsteins heißt auch so: die Alte Kirche, die durch ihren erhöhten Standort auf dem Stadtberg (367m) schon von weit her sichtbar ist. Sie entstand 1307, als man Warstein an diesen Standort verlegte. Ursprünglich war der Kern der Siedlung nämlich weiter südlich, wo heute der Stadtteil Altenwarstein liegt. Der massige Wehrturm der Alten Kirche war ein Bestandteil der Stadtbefestigung, die heute kaum noch erhalten ist. Die erhöhte Lage und die starke Befestigung hatten sicher strategische Vorteile. Doch als 1802 92 Häuser der befestigten Stadt abbrannten, gründete man Warstein erneut an anderer Stelle. Ein wenig südlich des Berges, wo heute das Rathaus steht, legte man breitere Straßen an und sorgte für größere Abstände zwischen den Häusern.

Bald darauf baute man in diesem neuen Stadtzentrum auch eine neue Kirche, die Pfarrkirche St. Pankratius und Sebastian. Ihr Grundstein konnte 1853 gelegt werden, vier Jahre später fand der erste Gottesdienst statt. Ihr Stil ist eindeutig neugotisch, die hohen, aufstrebenden Formen und der 86m hohe Turm unterstreichen das eindrucksvoll. Ihre Ausmaße sind großzügig angelegt, fünf Joche und drei Schiffe kann die Halle aufweisen. Zu den ältesten Stücken im Inneren der Kirche gehört die Schmerzhafte Mutter in der Marienkapelle. Sie stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert.

Zwar ist Warstein überwiegend katholisch, doch seit der Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es auch eine evangelische Gemeinde. Ihre evangelische Kirche baute sie 1857, ein eher schlichter Bau im Stil seiner Zeit. Bemerkenswert sind Teile der Innenausstattung. Die Kreuzigungsgruppe im Chorraum etwa, die noch aus dem Mittelalter stammt. Sie hatte zuvor in der älteren katholischen Kirche gestanden. Als man diese umgestaltete, blieb die Gruppe übrig und wurde der evangelischen Gemeinde überlassen. Sehr ungewöhnlich sind auch die Lampen an der Stirnseite der Kirche. Sie sind den siebenarmigen Leuchtern aus der jüdischen Tradition nachempfunden. Dieses Detail wird noch ungewöhnlicher, wenn man bedenkt, dass ein hiesiger Handwerksmeister sie im Jahr 1938 gestiftet hat.

Im Haus Kupferhammer, einem barocken, fast schlossartigen Bau aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, kann man sich ausführlich über die Stadtgeschichte informieren. Denn das Haus beherbergt das Warsteiner Stadtmuseum. Neben der Stadtgeschichte werden Geologie und Mineralogie, die Entwicklung der Montanindustrie in der Region und das Alltagsleben der Menschen im 18. und 19. Jahrhundert thematisiert. Sehr schön sind auch die Warsteiner Madonna in gotischem Stil und die Skulpturensammlung im Wintergarten. Eine Konzertreihe mit klassischer Musik sind die Kupferhammerkonzerte, die im Haus Kupferhammer stattfinden.

Wo Bier gebraut wird, wird auch gefeiert - und die Kombination aus beidem ist das jährliche Brauerfest in Warstein. Natürlich kann man reichlich Bier dabei verkosten, aber es gibt auch ein kulturelles Programm: Musik, einen großen Festumzug und ein Zirkuszelt, in dem Künstler und Artisten auftreten. Jedes Jahr am dritten Oktoberwochenende steht das Brauerfest in Warstein zusammen mit der traditionellen Warsteiner Herbstkirmes auf dem Festkalender.