Suttrop

Direkt nordöstlich von Warstein liegt rechts der Wester auf dem offenen Karstgelände der Ortsteil Suttrop. Im Norden des Ortes erheben sich zwei kleinere Höhen, Stillenbergskopf (399m) und Kuckucksberg (341m). Schon in der Eiszeit war diese Ecke des Arnsberger Waldes besiedelt, das erzählen Werkzeuge, die Archäologen entdeckt haben. Man könnte gewissermaßen sagen, dass das kleine Suttrop steinreich ist. Zum einen im wörtlichen Sinne, das bezeugen die großen Kalksteinbrüche im Süden, wie es überhaupt rund um Warstein zahllose Steinbrüche gibt. Aber auch im eher übertragenen Sinne, denn hier wurden und werden die Suttroper Diamanten gefunden. Sogar einen Diamantenpark gibt es.

Um allerdings der Wahrheit die Ehre zu geben: Bei den Suttroper Diamanten handelt es sich nicht um echte Diamanten, sondern um besondere Quarzkristalle, die fast so aussehen wie von Menschenhand geschliffen. Hübsch sind die 25 Millionen Jahre alten Steinchen allemal, und viele Naturkundemuseen in aller Welt haben solche Exponate aus Suttrop. Der Diamantenpark ist übrigens ein Lehrpfad vor Ort, der über die vermeintlichen Kostbarkeiten informiert.

Der Kalkstein ist der wahre Reichtum der Region, wenn auch in den 1950er Jahren der letzte gewerbliche Kalkbrennofen außer Dienst gestellt wurde. In diesen Öfen produzierte man den Branntkalk, den die Bevölkerung der Region als Dünger, zum Weißen der Wände und als Bestandteil von Mörtel nutzten. Eine engagierte Truppe moderner Hobby-Kalkbrenner machte es sich vor wenigen Jahren zur Aufgabe, einen neuen Brennofen zu bauen, ganz nach historischem Vorbild. Und tatsächlich konnte 2008 der Suttroper Kalkofen mit einem Fest eingeweiht werden. Eine umfangreiche Ausstellung erzählt alles Wissenswerte rund um den Kalk.

Eine markante, wenn auch für die Region eher untypische Zwiebelhaube trägt die katholische Pfarrkirche St. Johannes Enthauptung. Ungewöhnlich ist auch das Patrozinium, das im weiten Umkreis ansonsten nicht zu finden ist. Der Bau aus dem Jahr 1710 verwendete den mittelalterlichen Kirchturm weiter, der 1322 entstanden war. 1907 erweiterte man die Kirche, um dem Wachstum der Gemeinde Rechnung zu tragen. Im Zuge dessen wurde der Turm abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der seither auch die Zwiebelhaube trägt.

Eine Besonderheit ist die Orgel, eine der wenigen erhaltenen Orchesterorgeln aus spätromanischer Zeit. Die übrige Ausstattung ist in barockem Stil gehalten. Insbesondere die Apostelfiguren und die Strahlenmadonna sind einen zweiten Blick wert. Für das Landeskrankenhaus, das in Suttrop seinen Sitz hat, wurde zusätzlich die St. Elisabeth Kirche erbaut. Sie entstand 1907 in neuromanischem Stil und zeigt eine attraktive, reich gegliederte Fassade.