Wallfahrtskirche St. Salvator (Heimbach)

Das Ortsbild von Heimbach wird einerseits geprägt von der Burganlage der Burg Hengebach und andererseits von der gegenüberliegenden Wallfahrtskirche St. Salvator, die direkt an die alte Pfarrkirche St. Clemens von 1725 angebaut ist.

Die Salvatorkirche in Heimbach am Rursee wurde 1978-81 gebaut. Die großen Kirchenfenster entwarf der bekannte Künstler Georg Meistermann. Aber es ist weniger der Baukörper, als das, was innen zu bestaunen ist, die die Wallfahrtskirche St. Salvator so besonders macht.

Aus dem Kloster Mariawald stammt der 1804 nach Heimbach gebrachte Antwerpener Schnitzaltar, der als größter Kunstschatz im Rurtal gilt. Das wahrlich große und in seiner Ausführung beeindruckende Antwerpener Retabel misst mit geöffneten Flügeln über 5,6m. Es geht Golden zu in den Reliefs, die wundervoll komponiert wurden. Die Einzelbilder zeigen figurenreich und ausdrucksstark Szenen der Passion Christi. Verschlungenes Maßwerk bildet den Rahmen. Die Flügel werden beherrscht von Darstellungen aus dem Leben Mariens.

In der Mitte des Antwerpener Altars bedindet sich das Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes, die ihren Sohn mit einer blutenden und klaffenden Wunde auf ihrem Schoß hält. Dieses Heimbacher Gnadenbild stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts und ist eine volkstümliche Arbeit. Bemerkenswert an dem Heimbacher Bild ist - trotz der eher rustikal-bäuerlichen Art der Ausführung - die große Ausdruckskraft die durch die wieder freigelegte Originalfassung verstärkt wird.

Sehenswert ist auch die alte Pfarrkirche St. Clemens in ihrem prachtvollen Barockstil. Das Kirchenschiff misst fast 28m in der Länge und 9,6m in der Breite. Im Inneren überspannt ein profiliertes Kreuzgewölbe den Raum, der eher kühl wirkt. Man richte gezielt das Auge auf die Ausstattung aus der Erbauungszeit.

Sehr beeindruckend ist der mit Blattsilber reich verzierte Hochaltar und die beiden Seitenaltäre. Der Hochaltar zeigt ein Altarbild des Niederländers Pieter Soutmann. Es zeigt eine Kopie der Kreuzabnahme, gemalt von Peter Paul Rubens. Der festlich wirkende Altar wird des Weiteren an den seitlichen Nischen geschmückt von Statuen der heiligen Scholastika und des Benedikt. Der Altar zeigt sich mit korinthischen Säulen, Blumen- und Rankendekor und Putten mit den Waffen Christi. Ein doppelstöckiger Tabernakel wird bekrönt durch die Figur eines Pelikans.

Die Kanzel wurde in ihrer originalen barocken Farbgebung wieder hergestellt. Ein Teil der Kirche wird durch die dreigliedrige Orgelempore erfüllt. Darunter hat der barocke Taufstein aus dem 17. Jahrhundert seinen Platz. Aus der Zeit um 1500 stammt das Heilige Grab mit hölzernen Figuren. Die Heilig-Grab-Gruppe stammt aus dem Kloster Mariawald. Drei Frauengestalten mit Salbgefäßen und eine nahezu lebensgroße Christusfigur sind hier zu sehen.

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