Vom Potsdamer Platz zum Alexanderplatz (Berlin)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 5 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 0 Min.
Höhenmeter ca. ↑31m  ↓34m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die kurze Stadttour verbindet zwei zentrale Plätze Berlins und führt vorbei an zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Startpunkt ist der Potsdamer Platz, der heute das Bindeglied zwischen der City-West rund um den Kudamm und der historischen Mitte Berlins am Prachtboulevard Unter den Linden ist. Wir starten am S-Bahnhof Potsdamer Platz. Hinter uns erhebt sich der 101m hohe Kollhoff-Tower. Auf seinem Dachgeschoss gibt es eine Aussichtsplattform mit beeindruckendem Panoramablick über Berlin.

Wir spazieren die Stresemannstraße südwärts und biegen am Martin-Gropius-Bau links in die Niederkirchner Straße. Der Martin-Gropius-Bau wurde 1877-81 im Stile der italienischen Renaissance erbaut und ist heute ein renommiertes Ausstellungshaus. Direkt gegenüber steht das Berliner Abgeordnetenhaus, das 1892-98 als Preußischer Landtag errichtet wurde.

Direkt hinter dem Martin-Gropius-Bau liegt die Topographie des Terrors, eine Freiluft-Dauerausstellung auf dem Gelände, auf dem während des Dritten Reichs die Gestapo ihr Hauptquartier hatte. Die frei zugängige Topographie des Terrors dokumentiert dem Terror in der Zeit des Nationalsozialismus.

Man passiert den Berliner Weltballon – ein Fesselballon, der zahlungswillige Gäste 150m in die Luft bringt – und stößt dann auf die Friedrichstraße, wo man rechts zum Checkpoint Charlie abbiegt. Der Checkpoint Charlie war während der deutschen Teilung ein alliierter Grenzübergang. Nachdem am 13. August 2000 eine originalgetreue Nachbildung der ersten Kontrollbaracke enthüllt wurde, zählt der Checkpoint Charlie heute zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten und Fotomotiven Berlins.

Wir verlassen die Friedrichstraße an der nächsten Kreuzung nach links in die Rudi-Dutschke-Straße und halten uns die nächste Möglichkeit wieder links in die Charlottenstraße. Die Charlottenstraße leitet uns sicher zum Gendarmenmarkt mit dem Schauspielhaus, dem Deutschen Dom und dem Französischen Dom. Der Gendarmenmarkt entstand im 17. Jahrhundert als Teil der neu angelegten Berliner Vorstadt Friedrichstadt. Da hier viele Hugenotten siedelten, wies der Große Kurfürst an, für die Deutschen und die Franzosen jeweils eine Kirche zu bauen – auf gleicher Grundstücksgröße. Das war Einwanderungspolitik, vor der man heute noch den Hut ziehen kann!

Das 1818-21 erbaute Schauspielhaus Berlin gilt als eines der Hauptwerke des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel. Wenngleich mehr als Theater gedacht, wurden auch immer wieder Opern und Konzerte im Berliner Schauspielhaus gespielt. So fand die Uraufführung des Freischütz von Carl Maria von Weber im Berliner Schauspielhaus statt. Wagner dirigierte hier den fliegenden Holländer und Beethovens Neunte hörten die Berliner erstmals am Gendarmenmarkt.

Auf Höhe des Bebelplatzes passiert man die St. Hedwigs-Kathedrale, den wichtigsten katholischen Sakralbau Berlins. Die Hedwigskirche ist heute die Bischofskirche des Erzbistums Berlin. Der runde Zentralbau der Hedwigskirche orientiert sich am Pantheon in Rom. Die entscheidenden Pläne lieferte Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff. Die Bauzeit erstreckte sich von 1747-73.

Die Hedwigskirche wurde in direkter Nachbarschaft der 1741-43 ebenfalls von Knobelsdorff geplanten Staatsoper Unter den Linden errichtet. Die Staatsoper Unter den Linden gilt als eines der traditionsreichsten und renommiertesten Opernhäuser der Welt und ist kulturhistorisch der bedeutendste Theaterbau in Berlin (allerdings bis 2019 geschlossen wegen Umbau).

Unterhalb des 1851 eingeweihten Reiterstandbilds, das den Alten Fritz zeigt, treffen wir auf den Boulevard Unter den Linden und folgen diesem nach rechts. Man passiert die 1816-18 durch Schinkel erbaute Neue Wache, die heute die zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft ist.

Rechterhand stehen das Prinzessinnenpalais, das Kronzprinzenpalais und das Kommandantenhaus. Linkerhand sieht man das barocke Zeughaus Berlin, das älteste erhaltene Gebäude Unter den Linden. Gebaut ab 1695 ist das Zeughaus heute Sitz des Deutschen Historischen Museums.

Jetzt spaziert man über den Spreekanal und findet rechts den Platz, an dem die Preußenkönige ab dem 15. Jahrhundert ihr Stadtschloss unterhielten (ab 1871 war es dann kaiserliche Residenz). Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Berliner Schloss wurde unter der DDR-Regierung komplett abgetragen, um den Palast der Republik zu erbauen. Der ist mittlerweile auch passé und derzeit wird fleißig gebaut, denn bis 2019 soll hier das Humboldtforum entstehen.

Linker Hand erstreckt sich die Berliner Museumsinsel, die seit 1999 als UNESCO Weltkulturerbe geschützt ist. Das erste Museum, das wir von Unter den Linden aus sehen, ist das Alte Museum. Dahinter kommen weitere Museen, u.a. das international renommierte Pergamon-Museum, das 1910-30 eigens für den hier ausgestellten Pergamon-Altar erbaut wurde. Der Altar ist allerdings wegen Sanierungsarbeiten bis wahrscheinlich 2019 nicht zu sehen. Kleine Randnotiz: Gegenüber des Pergamonmuseums am Kupfergraben Nummer 6 ist die Privatwohnung von Angela Merkel.

Vor dem Alten Museum erstreckt die der Lustgarten, und östlich davon erhebt sich mächtig der evangelische Berliner Dom, die größte Kirche Berlins. Der 116m hohe Berliner Dom wurde 1894-1905 für rund 1.650 Sitzplätzen erbaut. Im Berliner Dom finden neben den regelmäßigen Gemeindegottesdiensten auch Gottesdienste anlässlich von Staatsakten oder wichtigen politischen Ereignissen der Bundesrepublik Deutschland statt.

Am Berliner Dom queren wir erneut die Spree und spazieren am Spreeufer entlang ins Nikolaiviertel, dem historischen Kern von Berlin, der sich im 13. Jahrhundert um die Nikolaikirche entwickelte. An der Nikolaikirche war der bekannte Kirchenlieddichter Paul Gerhardt zehn Jahre lang Pfarrer. Rund um die Kirche finden sich weitere schicke Häuser, die meisten wurden 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlins restauriert oder neu gebaut.

Kurz hinter der Nikolaikirche erhebt sich das 1861-69 errichtete Rote Rathaus, wo seit 1992 der Regierende Bürgermeister von Berlin seinen Sitz hat. Dann geht’s vorbei am Neptunbrunnen zum Berliner Fernsehturm, mit 368m das höchste Bauwerk Deutschlands. Erbaut 1965-69 war er nicht nur ein Statussymbol der DDR, sondern ist bis heute eines der beliebtesten Touristenziele in Berlin. Eine Fahrt zu Aussichtsplattform oder hinauf ins Drehrestaurant steht bei über einer Million Gästen jährliche auf dem Programm.

Hinter dem Berliner Fernsehturm erreicht man den Bahnhof Berlin Alexanderplatz. Hinter dem Bahnhof erstreckt sich der Alexanderplatz, der in der Weimarer Republik das Shopping-Zentrum von Berlin und während der DDR-Zeit der zentrale Kundgebungsplatz der Hauptstadt war. Heute gilt der Alex als meistbesuchter Ort in Berlin, noch vor dem Kudamm. Rund 360.000 Menschen sind täglich auf dem Alex unterwegs. Unsere Tour endet an der U-Bahn-Station Berlin-Alexanderplatz, der von U 2 bedient wird, mit der man wieder bequem zurück zum Potsdamer Platz kommt.

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