Velbert-Langenberg

Langenberg ist eine der drei Städte, aus denen 1975 die neue Stadt Velbert gebildet wurde. Langenberg ist stolz auf einen sehr gut erhaltenen historischen Ortskern, was entlang der Ruhr aufgrund von Industrialisierung und Flächenbombardements im Zweiten Weltkrieg eher selten ist.

Die Altstadt von Langenberg ist in einen Hang gebaut und bietet hübsche Einblicke in die Gassen mit einigen gepflegten alten Häusern aus dem 16. bis 19. Jahrhundert, beispielsweise in der Hellerstraße. Die Alte Kirche in der Hauptstraße steht im Mittelpunkt. Sie wurde 1725 als Hallenkirche mit Emporen für die reformierte Gemeinde errichtet. Die Alte Kirche entstand im Stil des bergischen Barock. Ein Teil des Chors aus dem 15. Jahrhundert wurde integriert. Der Turm mit der Zwiebelhaube wurde 1751 fertiggestellt. Im Inneren dreht sich eine geschnitzte Kanzel empor mit einem Schalldeckel, der wie eine Bekrönung wirkt. Die Kanzel ersetzt quasi den Hochaltar. Das Wort steht im Mittelpunkt.

Ein recht auffälliges Gebäude in der Hauptstraße ist das Bürgerhaus Langenberg. Ein Seidenfabrikant und seine Gattin entschlossen sich 1913 zu einer Stiftung. Man wollte ein Bürgerhaus errichten, um das soziale und kulturelle Leben in Langenberg zu fördern: „Gute Unterhaltung und edle Erholung“. Es hat etwas Sakrales mit den Rundbögen, die außen fast so wirken wie ein Kreuzgang und doch hat es auch etwas Burgiges mit dem halb heraustretenden turmartigen Bau, den Erkern und der facettenreichen Gestaltung. Das monumentale Bürgerhaus, das in den letzten Jahren aufwändig saniert wurde, ist das Wahrzeichen von Langenberg.

In der Donnerstraße steht die neue evangelische Kirche, die heute als Eventkirche für Hochzeiten, Feiern oder kulturelle Veranstaltungen gemietet werden kann. Die Neue Kirche entstand anlässlich der Vereinigung der protestantischen Konfessionen und wurde im Jahr 1877 als neugotische Kirche errichtet. Der Planer war Julius Carl Raschdorff (1823-1914), der damals Stadtbaumeister in Köln war und später als Dom-Baumeister den Berliner Dom schuf. Gottesdienste gab es in der Neuen Kirche bis Ende der 1970er Jahre. Danach wurde sie zur besonderen „Festhalle“.

In nördlicher Richtung am Deilbach steht die katholische St. Michael Kirche. Sie wurde aus rotem Backstein im neugotischen Stil 1900 erbaut. Sie ist dreischiffig und hat einen viergeschossigen Turm. Bereits 1725 stand hier ein Gotteshaus.

Nördlich des Ortskerns steht der Bahnhof Velbert-Langenberg, der 1847 eröffnet wurde. Das zweigeschossige Empfangsgebäude stammt aus dem Jahr 1864 und war ursprünglich Sitz der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn-Gesellschaft, der ältesten Eisenbahngesellschaft in Deutschland, die 1844-47 die Trasse der Bahnstrecke von Vohwinkel nach Überruhr baute, der ersten Eisenbahnlinie zwischen den Tälern von Ruhr und Wupper, die heute noch als Stadtbahnlinie S 9 genutzt wird.

Nordöstlich vom Langenberger Zentrum steht der 28m hohe Bismarckturm auf dem Hordtberg (244m). Rund um den Hordtberg erstreckt sich ein rund 120ha großes Waldgebiet, das zur Naherholung einlädt. Am massiven 1904-05 aus Ziegeln und Phonolith gebauten Turm wurde ein Ausflugslokal eingerichtet. Auf dem Hordtberg bietet ein Waldkletterpark Abenteuer in Tarzan-Manier an. Auf dem Boden der Tatsachen wandert man beispielsweise auf dem Rundwanderweg vom Rheinland nach Westfalen, die einen zu den Sehenswürdigkeiten von Langenberg und dem Hordtberg führt.

Unweit streckt der Sender Langenberg seinen 301m hohen Mast in den Himmel. Er ist auf dem Hordtberg der zentrale Sender des WDR, für UKW und Fernsehen. Ein kleinerer Mast steht etwa 650m weit entfernt. Rund um den Hordtberg sind zahlreiche Wanderwege zu finden.