Völklingen-Ludweiler

Ludweiler – wer sich schon einige Ortsnamen genau angeschaut und um deren Herkunft Gedanken gemacht hat, kommt womöglich drauf, dass Ludweiler, südlich im Beritt von Völklingen, eine Ansiedlung, ein Weiler, eines Mannes mit dem Namen Ludwig sein könnte. Damit liegt man hier völlig richtig.

Graf Ludwig II. von Nassau-Saarbrücken erlaubte es 1604 calvinistischen Hugenotten im Warndt zu siedeln, da sie im katholischen Frankreich verfolgt wurden. Zwölf Familien ließen sich nach ihrer Flucht in dem neu gegründeten Dorf Ludwigsweiler nieder. Unter den Menschen waren geschickte Handwerker, insbesondere Glasbläser und Graf Ludwig versprach sich einiges von den Neubürgern. Integration von Talenten als Wirtschaftsmotor.

Ludweiler ist neben der Hanauer Neustadt die älteste hugenottische Gründung auf deutschem Gebiet. Die Hugenottenkirche Ludweiler wurde 1786 nach Plänen von Wilhelm Stengel erbaut. Der schlichte Saal im Stil des Barock hatte damals nur einen Dachreiter und bekam erst 1877 den Turm im historisierenden Stil. Wie es den Calvinisten eigen ist, wurde die Kirche nicht mit Pomp und Gloria überladen, sondern ist eher spartanisch. Aber es gibt eine Stumm-Orgel aus dem Jahr 1857.

In Ludweiler ist auch das Glas- und Heimat-Museum Warndt, das vom dortigen heimatkundlichen Verein betrieben wird. Man findet es Am Bürgermeisteramt 5 in dem denkmalgeschützten Gebäude. Das einstige Rathaus wurde 1830 erbaut und erhielt später Erweiterungen. Das Glas- und Heimat-Museum zeigt Beispiele der Glasproduktion aus der Glashütte Fenne, der Cristallerie Wadgassen und aus den Glashütten des Nachbarn Lothringen. Rund 23 Glashütten hat es im Warndt wohl einst gegeben.