Völklingen

Völklingen ist mit rund 38.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt im Saarland. International bekannt ist Völklingen heute durch das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Einst schafften hier bis zu 17.500 Menschen. Heute kommen über 300.000 im Jahr, um sich über die Industriekultur im Saarstahlrevier zu informieren.

Umarmt von der Südtangente der B 51 und den dahinter liegenden Bahngleisen liegt das Alte Rathaus von Völklingen in der Rathausstraße. Auffällig ist der hohe Turm, der bei einem Umbau 1907 hinzukam und der die beiden Flügel miteinander verbindet. Das Alte Rathaus wurde im Mix verschiedener historischer Stile 1875 nach zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt. Es zeigt sich mit Elementen des Barock, des Klassizismus und des Jugendstils.

Unweit des Alten Rathauses steht die katholische Pfarrkirche St. Eligius im Stil des Neobarock und mit einem breit aufgestellten Turm. Der Goldschmied und Klostergründer Eligius ist der „Bischof mit Hammer und Amboss“ und unter anderem Hüttenarbeiter-Patron. Die Kirche entstand an Stelle einer Vorgängerin, die 1912 abgerissen werden musste. Die Holzfigur des Heiligen Eligius steht im Foyer der Kirche und wurde um 1750 in Frankreich gefertigt.

Nördlich des Rathausplatzes, in Richtung Bürgerpark, steht die evangelische Versöhnungskirche aus dem Jahr 1928. Auch sie folgt den Formen des Neobarock. Sie hat einen 66m hohen Turm, zeigt sich von außen rechteckig und im Inneren in Muschelform. Im Inneren beeindruckt die aus 3.500 Kassetten bestehende Kuppel mit dem elliptischen Fresko. Das Deckengemälde widmet sich der „Siegeskraft des Kreuzes und Evangeliums“ im damals aktuellen Kontext mit den rauchenden Schloten der Völklinger Hütte.

Am Hindenburgplatz steht als ein Jugendstilbauwerk die Mühlgewannschule, die heute eine erweiterte Realschule ist. Die Schule wurde 1906 erbaut und hat nach drei Seiten identische geschweifte Giebel. Das Gebäude aus Ziegelmauerwerk steht auf einem T-förmigen Grundriss und hat vier Geschosse mit Segmentbogenfenstern. Für den Schulbetrieb wurde sie später erweitert.

Westlich des Zentrums von Völklingen, an der Grenze zum Stadtgebiet von Saarbrücken, liegt der Stadtteil Luisenthal. Hier sorgte einst die Grube Luisenthal für Lohn und Brot. 1962 ereignete sich in der Grube Luisenthal das schwerste Bergwerkunglück in der Geschichte der Bundesrepublik. 299 Kumpel kamen bei einer Explosion unter Tage ums Leben. Eine Barbara-Statue erinnert an den verheerenden Unfall.

Zu den erhaltenen Bauten der Grube Luisenthal zählen neben den beiden Fördertürmen auch die ehemalige Waschkaue (Parkstraße), die um 1905 erbaut wurde, das Fördermaschinenhaus I (um 1900) und das Berginspektionsgebäude. Noch älter sind die Einfassungen des Stollenmundlochs des Veltheim- und des Albert-Stollens aus Sandstein (1840) in der Straße des 13. Januar. Die 50m hohe Bergehalde Luisenthal wurde rekultiviert und ist heute Naturschutzgebiet.

Nördlich von Völklingen im Übergang zum Saarkohlenwald liegt an der Straße nach Püttlingen der Wildpark Völklingen. Der Wildpark ist 11ha groß. Neben Damwild, Wildschweinen ist hier auch Rotwild zu bestaunen. Eine Wandertafel am Parkplatz gibt Auskunft über die Wege rund um das Gehege. Nach einem Spaziergang laden zwei Gasthöfe zur Rast ein.

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