Tempelhofer Flieger-Tour (Berlin)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 7 km
Gehzeit o. Pause: 1 Std. 25 Min.
Höhenmeter ca. ↑53m  ↓53m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Die deutsche Luftfahrtgeschichte ist eng mit dem Berliner Stadtteil Tempelhof verbunden. Auf dem Tempelhofer Feld, dem einstigen Truppenübungsplatz des preußischen Militärs, startete Luftfahrtpionier Orville Wright zu einem Rekordflug, stieg der Ballon Preussen 1901 bis auf 10.800m Höhe auf, was später zur Entdeckung der Stratosphäre führte.

Auf dem Tempelhofer Feld entstand 1923 der Zentralflughafen Berlin, der 1936-41 zum damals flächengrößten Gebäude der Welt ausgebaut wurde. Dieser Berliner Stadtspaziergang führt durchs aeronautische Herz der deutschen Hauptstadt.

Startpunkt ist die Station Platz der Luftbrücke an der U-Bahn-Linie 6 (Tegel über Friedrichstrasse und Mitte nach Mariendorf). Von hier geht es in die Manfred-von-Richthofen-Straße, benannt nach dem erfolgreichsten Jagdpiloten im Ersten Weltkrieg, der auch als der Rote Baron in die Geschichte einging.

Am Wolffring biegt man nach rechts ab in die kleine Parkanlage, die zur evangelischen Kirche auf dem Tempelhofer Feld führt. Die Rundkirche mit dem 42m hohen Turm entstand 1927-28 als Kirche für die neu errichtete Gartenstadt Neu-Tempelhof.

Weiter geht’s durch den Parkstreifen parallel zum Wolffring. An einem schönen Biotop-Teich vorbei erreicht man die katholische St. Judas Thaddäus Kirche. Sie wurde 1958-59 erbaut. Der spätexpressionistische Baukörper ist aus Ziegelsplit-Beton gegossen. Der Kirchturm ist 40m hoch und im Grundriss dreieckig.

Durch die Bäumerplan erreicht man das St. Joseph Krankenhaus, das in den 1920er Jahren entstand und heute als Berlins erste Adresse für Geburten gilt. Über den Werner-Voß-Damm kommt man zum Adolf-Scheidt-Platz, benannt nach dem Staatssekretär für Wohnungswesen, der maßgeblich den Bau der Gartenstadt Neu-Tempelhof unterstützte. Durch diese Gartenstadt marschiert man vom Adolf-Scheidt-Platz durch die Paradestraße geradewegs auf das Tempelhofer Feld zu.

Das Tempelhofer Feld – manchmal auch Tempelhofer Freiheit genannt – ist Name für das Außengelände des Flughafens Tempelhof, dessen Betrieb 2008 eingestellt wurde. Seit 2010 ist das Tempelhofer Feld öffentlich zugänglich und zugleich die größte Parkanlage Berlins. Beeindruckend und weltweit einmalig ist die riesige freie Fläche mitten in der Großstadt, die von Radfahrern, Joggern, Grillern, Modellfliegern, Skatern, Touristen und Berlinern gleichermaßen begeistert vereinnahmt wird.

Am Südrand des Tempelhofer Felds ermöglicht ein zierliches Aussichtstürmlein den Überblick über das Gelände. Am anderen Ende liegen die früheren Gates des Flughafens. Am rechten Rand nicht weit vom gut sichtbaren 71m hohen Radarturm, der 1982 erbaut wurde, steht ein alter Rosinenbomber. Mit diesen Maschinen versorgten die Allierten 1948-49 die Berliner Bevölkerung während der Berliner Luftbrücke mit Lebensmitteln.

Über den Ausgang Columbiadamm verlässt man das Tempelhofer Feld und spaziert am Flughafen entlang zum Eingangsportal des Zentralflughafen mit dem Eagle Square im Vordergrund. Dahinter liegt der Platz der Luftbrücke mit der Hungerharke, wie das 1951 erbaute Luftbrückendenkmal im Berliner Volksmund heißt.

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