Taben-Rodt

Der kleine Ortsteil Hamm gehört zu Taben-Rodt und befindet sich geborgen umarmt von der Saar. Den Bogen, den sie hier schlägt, nennt sich Kleine Saarschleife. Es gibt auch noch eine Große Saarschleife etwas weiter flussaufwärts bei Mettlach.

In Hamm steht der Ortskern komplett unter Denkmalschutz aufgrund der dörflichen Prägung mit einer Bebauung aus dem 18. und 19. Jahrhundert in der Substanz. Schützenswert ist das so entstandene historische Dorfbild. Es gibt einen Dorfbrunnen aus dem 19. Jahrhundert und eine katholische Kapelle aus der Zeit der Spätgotik mit einer Auffrischung im Jahr 1730.

Flussaufwärts südlich von Hamm liegt Taben-Rodt. Mit seiner Ersterwähnung im Jahr 634 ist Taben-Rodt einer der ältesten Orte in der Region. Von der Michaelskapelle, die im 15. Jahrhundert auf einem steilen Felsen über der Saar errichtet wurde, genießt sich ein schöner Ausblick auf die Tallage. Die Michaelskapelle entstand in den Jahren 1452-82. Gebaut wurde sie als Friedhofskapelle unter dem Abt Antonius aus dem Kloster St. Maximin in Trier. Die gotische Kapelle an dieser exponierten Stelle trotzte allen Zerstörungsversuchen und wurde immer wieder restauriert – ein romantisches Bild!

Die Kirche in Taben ist eine einstige Klosterkirche und heute katholische Pfarrkirche St. Quiriacus und St. Auctor. Die Klostergründung geht auf das 7. Jahrhundert zurück und seinerzeit brachte man auch schon Reliquien des Quiriacus, einem Priester in Trier aus dem 4. Jahrhundert und Patron gegen Kinderkrankheiten, dort hin. Das heutige Kirchengebäude stammt aus dem Jahr 1729 und ist eine zweischiffige Stufenhalle im Stil des Barock. Die romanische Apsis stammt noch aus dem 11. Jahrhundert. Die Erweiterung, wie man sehen kann, ist aus der Mitte des letzten Jahrhunderts.

Benachbart zur einstigen Klosterkirche steht die ehemalige Propstei. Die Vierflügelanlage wurde 1742 fertiggestellt und beinhaltet einen Hof und Gärten. Das Ensemble dient auch weiterhin geistlichen Zwecken, denn hier hat der Pallottinerorden ein Internat, mit einer Grund- und Hauptschule sowie einer Jugendhilfeeinrichtung. Die Pallottiner gehören zur Gesellschaft apostolischen Lebens in der römisch-katholischen Kirche. Die Ordensbrüder und -schwestern legen kein Gelübte ab, sondern weihen ihr Leben Gott.

Unübersehbar auf der anderen Saarseite werden Wunden aufgerissen, so schaut es aus, wenn man in den rötlichen Abbaubereich des Quarzitsteinbruchs des Hartsteinwerks blickt. Emotionslos heißt das: Abbau von unterdevonischen 410 Mio. Jahre alten Quarziten des Hunsrück-Taunus-Zuges. Das Gestein beinhaltet in der Hauptsache Quarz aber auch hellen Glimmer und rotbraune Eisenverbindungen. Die sorgen letztendlich für den rötlichen Schimmer wenn sie „rosten“. Verwendung findet das jahrmillionenalte Quarzit, je nach Körnung, als Sand oder Splitt und Beimischung zu Asphalt oder Beton.

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