Siebengebirge-Wanderung durchs Nachtigallental bei Königswinter


Erstellt von: tomtom
Streckenlänge: 10 km
Gehzeit o. Pause: 2 Stunden 42 Min.
Höchster Punkt: 333 m
Tiefster Punkt: 58 m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Campingplatz im Eichenwald
Campingplatz im Eichenwald

Man erkennt den gemeinen Siebengebirge-Touristen daran, dass er den Drachenfels (321m) über den asphaltierten Eselsweg oder noch bequemer mit der Drachenfelsbahn ansteuert. Wer sich dagegen als Wanderer fühlt, versucht dem manchmal doch sehr starken Andrang der Siebengebirge-Besucher auf der Hauptroute zu entgehen und nimmt den Weg durchs Nachtigallental hinauf ins Siebengebirge mit dem späteren Abstieg über den Petersberger Bittweg.

Startpunkt der Wanderung ist der Bahnhof in Königswinter. Das Nachtigallental beginnt in Sichtweite des Bahnübergangs und führt auf unbefestigten Fußweg in ein kleines Tal, das der Mennesbach eingeschnitten hat. Bis 1861 hieß dieses Tal deshalb auch noch Mennesbachsiefen. Doch dann sann der damalige Bürgermeister nach, wie er dieses bis dato noch unberührte Fleckchen Erde der Welt präsentieren könne. Zuallererst musste ein neues Name her. So entstand der Name Nachtigallental, und die alte Bezeichnung Mennesbachsiefen geriet in Vergessenheit.

Der dichte Baumbestand und die steilen Hänge im Nachtigallental ermöglichen auch im Hochsommer einen angenehmen kühlen Aufstieg zum Drachenfels. Auf dem weiteren Weg kommt man zum Ostermann-Denkmal vor einer kleinen Höhle. Es erinnert daran, dass der Kölner Liedermacher Willi Ostermann das Nachtigallental in seinem Siebengebirgs-Lied verewigt hat.

Am Ende des Nachtigallentals angekommen führt der Rundweg in die Baumallee Richtung Milchhäuschen, einem Traditionsgasthaus, das nur zu Fuß zu erreichen ist. Hier feierte übrigens ganz stilecht der Komiker Otto Waalkes 2004 die Premiere seines Films „Sieben Zwerge allein im Wald“. Allein ist man hier meistens aber nicht, gilt das Milchhäuschen doch als touristische Institution im Siebengebirge.

Am Südhang des Remscheid (261m) vorbei führt die Siebengebirge-Tour weiter zum Petersberg (331m), wo im Gästehaus der Bundesrepublik Deutschland schon solch illustren Gäste wie Queen Elisabeth II. und Michail Gorbatschow weilten. Auch das bekannte Petersberger Abkommen – der erste Schritt der Bundesrepublik Deutschland zu einem souveränen Staat – wurde hier oben im Siebengebirge 1949 geschlossen.

Gestärkt durch die schöne Aussicht vom Petersberg auf das Rheintal geht es nun über den Petersberger Bittweg wieder hinab nach Königswinter. Der Petersberger Bittweg ist einer von ehedem vier Wegen, die Wallfahrer vom Mittelalter an bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts auf den Petersberg führten. Kreuze aus Trachyt und Latit am Wegesrand zeugen davon. Das älteste von ihnen, ein Trachyt-Altar, wurde 1638 von einem Stifter aus Vinxel errichtet.

IVW

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