Schwitten

Im Norden des Mendener Stadtgebiets, wo die Ruhr das Sauerland vom Ruhrgebiet trennt, liegt der Stadtteil Schwitten. Bis 1975 war Schwitten eine eigenständige Gemeinde, zu der auch der Ort Brockhausen gehörte. Nach Norden zur Ruhr hin wird die Landschaft offen und flach, sie ist hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt. Je weiter man nach Süden kommt, desto hügeliger wird die Gegend; erst südöstlich von Schwitten schließen sich größere Waldgebiete an.

Im äußersten Norden, wo die Ruhr einen kleinen Bogen schlägt, befindet sich das Naturschutzgebiet Am Stein. Hier bildet die Ruhr einen kleinen See aus, den 5,5ha großen Ententeich. Das Naturschutzgebiet am Ententeich ist größtenteils nicht zugänglich, damit die hier lebenden Tiere und Pflanzen nicht allzu sehr gestört werden. Doch einen kleinen Zugang gibt es für Angler am westlichen Ende, von wo aus man sicher den einen oder anderen Wasservogel beobachten kann.

Wem das zu langweilig ist, der könnte einen Spaziergang durch den Schwittener Ortskern machen. Der lohnt sich allemal. Denn hier finden sich zahlreiche liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser. Bauernhäuser mit einem großen Deelentor und einer Längsdiele innen überwiegen dabei. Die Gefache sind teils mit rotem Backstein ausgemauert, teils weiß verputzt. Auch außerhalb des eigentlichen Ortskerns gibt es eine ganze Reihe sehenswerter und sehr schön restaurierter Einzelhöfe.

Bei einem Spaziergang hier stößt man auch leicht auf die kleine Kapelle Muttergottes von Lahr. Die Kapelle ist auf einer Erhebung zwischen Schwitten und dem Lahrbach zu finden. Sie ist eine kleine Besonderheit, denn in ihr steht eine Muttergottesfigur in Lebensgröße, die als älteste Skulptur im Mendener Raum gilt. Vermutlich entstand sie in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Allerdings musste sie im Laufe der Jahrhunderte mehrfach restauriert werden, sowohl der Kopf der Figur als auch das Jesuskind sind nicht mehr original. Sie ähnelt in der Art der Darstellung der Mailänder Madonna des Kölner Doms, die um 1322 entstand, und der Madonna in der Soester Paulikirche.

Auf dem Rückweg nach Menden hinein sollte man noch einmal kurz an der Werler Straße Halt machen, wenn man sich für Industriearchitektur der Jahrhundertwende interessiert. Die Firma Kissing, Hersteller von Sportmedaillen, Karnevalsorden und Hostienbackgeräten, baute hier im Jahr 1900 ihr Firmengebäude aus Backstein und einer prächtigen weißen Mauer im Stil der Neurenaissance.