Schwalbach (Schöffengrund)

Das geografische Zentrum der Gemeinde Schöffengrund ist Schwalbach. Obwohl Schwalbach nicht der größte Ort der Gemeinde ist, befindet sich hier die Verwaltung. Geschichtlich trat Schwalbach 1972 im Zuge der hessischen Gebietsreform der Gemeinde Schöffengrund bei. Vorher gehörte es genau wie Laufdorf zur Bürgermeisterei Braunfels.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schwalbach bereits 795 als Schwalbacher Mark im Lorscher Kodex (genauer Wortlaut: „sualbacher marca“). Aus Schwalbach stammt das Rittergeschlecht der Herren von Schwalbach, die zeitweise auch das Lehnspatronat über das Quembacher Gericht besaßen. Schwalbach gehörte zum Quembacher Gericht, einem alten Gerichtsbezirk. An ihrer Mahlstatt - dem Gerichtsplatz - bei Oberquembach, trafen sich die Schöffen angesehener Häuser der zum Langericht gehörenden Dörfer. Hieraus entwickelte sich auch der heutige Name der Gemeinde Schöffengrund.

Landschaftlich liegt Schwalbach auf einer kleinen Hochebene, eingebettet zwischen den Tälern von Wetzbach und Solmsbach. Sehenswert ist der historische Stadtkern, der sich um die 1763-67 erbaute evangelischen Kirche gruppiert. Die Saalkirche mit Walmdach hat einen Kirchturm mit Zwiebelhaube, was für den Taunus ungewöhnlich ist.

Neben der Kirche gibt es in Schwalbach noch einige gut erhaltene Fachwerkbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert und das Rathaus. Bevor das Rathaus 1841 in Schwalbach aufgebaut wurde, hatte es bereits zuvor in Cleeberg als gräfliches Amtshaus gedient.

Bereits 1334 wird erstmals ein Sauerbrunnen auf Schwalbacher Boden erwähnt. Der Sure Born am Ortsrand wurde 1717 unter Graf Wilhelm Moritz von Solms-Braunfels eingefasst. Von den zu diesem Anlass gepflanzten neun Linden ist nur noch eine erhalten. Heute sprudelt hier wie eh und je das Mineralwasser der Schwalbacher Mineralquelle, das seit 2004 von der Butzbacher Kelterei Müller abgefüllt und vertrieben wird.