Schmidtburg

Nordwestlich von Schneppenbach oberhalb des Hahnenbachtals recken sich die ruinösen Reste der einst mächtigen Schmidtburg in den Himmel. Die Entstehungsgeschichte der Schmidtburg beginnt wohl im Jahr 926. Damit gilt die Schmidtburg als eine der ältesten Burgen in Soonwald und Hunsrück. Die Schmidtburg gehörte zu den Stammburgen der Wildgrafen im mittelalterlichen Nahegau.

Die ausgedehnte Anlage der Schmidtburg, eine der größten im Saar-Hunsrück, teilt sich in eine Ober- und eine Unterburg. Die Oberburg entstand wohl im 14. Jahrhundert. Es gab einen Palas mit einem Treppenturm, der zwei Geschosse hatte. Von der Unterburg haben sich nur wenige Überreste erhalten. Zwischen beiden Teilen ist ein Halsgraben und eine dreibogige Brücke.

Die Oberburg beherbergte einige Wohngebäude und den Bergfried und die Unterburg etliche Burgmannenhäuser, die im 14. Jahrhundert Wohnplätze von Ritterfamilien waren. Bereits im 16. Jahrhundert verfiel die Unterburg und mit dem Pfälzischen Erbfolgekrieg setzte die restliche Zerstörung der Burganlage 1689 ein.

Es heißt, der Schinderhannes habe die Schmidtburg zeitweise als Versteck genutzt. Nach wie vor spannend ist ein Besuch der Burganlage von der aus sich gute Aussichten in die Umgebung bieten, zum Beispiel zur keltischen Höhensiedlung Altburg bei Bundenbach, das als Freilichtmuseum einen weiteren Ausflug wert ist, ebenso wie das Besucherbergwerk Herrenberg.

Das Hahnenbachtal rund um die Schmidtburg ist ein beliebtes Wanderrevier. Z.B. führen Soonwaldsteig und die Traumschleife Hahnenbachtaltour an der Schmidtburg vorbei. Aber nicht nur die Schmidtburg selbst ist einen Besuch wert. Auch ein Abstecher nach Schneppenbach lohnt, allein schon wegen der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer. Der spätbarocke Saalbau entstand 1768.