Schloss Lerbach

Zwischen Bergisch Gladbach und Bensberg erstreckt sich eine Waldfläche, die man als Lerbacher Wald kennt. Den Namen verdankt das Waldgebiet der früheren Burg Lerbach, die im 14. Jahrhundert erstmals erwähnt wurde. Im 19. Jahrhundert erwarb der Papier-Unternehmer Richard Zanders die alte Wasserburg und ließ 1893-98 ein Herrenhaus im englischen Landhausstil bauen. Als das neue Schloss Lerbach fertiggestellt war, wurde die Wasserburg 1900 abgerissen.

Zunächst nutzte Zanders zusammen mit seiner Frau Anna – jüngste Tochter von Industrie-Tycoon Werner von Siemens – Schloss Lerbach als Wohnhaus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Schloss Lerbach vermietet und diente bis 1987 unter dem Namen Europäische Akademie Lerbach als Sitz des Gustav-Stresemann-Instituts, einer überparteilichen Einrichtung der politischen Bildung.

Nach dem Umzug des Gustav-Stresemann-Instituts nach Bonn, wurde Schloss Lerbach u.a. als Drehort der ARD-Familienserie Forstinspektor Buchholz genutzt und später zum Hotel umgebaut.

1992 eröffnete das Schlosshotel Lerbach seine Pforten und Dieter Müller wurde als Küchenchef engagiert. Er holt bereits ein Jahr später den ersten Michelin-Stern, 1994 den zweiten und 1997 schließlich den dritten Stern. Drei Sterne gab es in Deutschland seit Erscheinen des Guide Michelin bislang nur für 15 Restaurants – man konnte sich auf Schloss Lerbach also tatsächlich zur deutschen Haute cuisine zählen. 2008 übergab Müller die Küchenleitung an Nils Henkel, der u.a. vom Gault Millau zum Koch des Jahres gewählt wurde und als einer der innovativsten Köche Deutschlands gilt. 2015 wurde das Hotel und damit auch das Restaurant geschlossen. Zukunft? Ungewiss.

Wer sich den Luxus eines Sternemenüs gegönnt hatte, war nachher umso glücklicher, nach den Völlereien noch einen Verdauungsspaziergang zu machen. Dafür bietet sich der 28ha große Landschaftspark von Schloss Lerbach an.