Schloss Junkernhees

Schloss Junkernhees liegt im unteren Heestal, wo der Zusammenfluss von Osthelde und Hees ein Dreieck aus der Landschaft herausschneidet. In den Mündungswinkel hinein läuft der Bergsporn des Katzenhains (375m). Schloss Junkernhees ist eines der bedeutendsten weltlichen Baudenkmäler im Siegerland.

Die bewegte Baugeschichte von Schloss Junkernhees, die bis heute nicht endgültig erforscht ist, spiegelt sich in einem recht unruhigen Gesamtbild wider. Dennoch - oder vielleicht auch gerade deshalb - ist die Anlage sehenswert. Eine Familie mit dem Namen Hees wird hier schon im Jahr 1294 erwähnt und hatte in den folgenden Jahrhunderten in Form von Vögten und Amtmännern der Grafen von Nassau im Lande Siegen einen nicht unerheblichen Anteil an der Geschichte der Region.

Zehn Jahre lang, von 1513 bis 1523, baute die Familie Hees am Schloss Junkernhees, damals noch in Form einer trutzigen Wehrburg. Sie bestand ursprünglich aus schwerem Bruchstein-Gemäuer mit nur kleinen Fensteröffnungen und Schießscharten. Seitlich und rückwärtig angelegte Wassergräben boten zusätzlichen Schutz.

Im 17. Jahrhundert kam das Gebäude durch Heirat in den Besitz von Heinrich von Syberg, der es grundlegend im Renaissancestil umgestaltete. Die beiden heute noch erhaltenen Schmuckgiebel sind dabei wohl die schönsten neuen Elemente.

Die Fachwerkgiebel waren lange Zeit unter Putz und Schiefer verborgen. Erst um 1905 wurden sie wieder freigelegt. Wie im Siegerland üblich, ist die nach Norden gewandte Seite des Schlosses nach wie vor verschiefert, um Wind und Wetter besser trotzen zu können. Weshalb die charakteristischen, ursprünglich viergeschossigen Rundtürme zwischenzeitlich um die Hälfte abgetragen wurden, ist unbekannt. Erst 1999 wurde der westliche Rundturm wieder rekonstruiert.

Trotz des grundlegenden Umbaus durch von Syberg blieben einige Bereiche der Burg im Originalzustand erhalten. Dazu zählen in erster Linie Rittersaal und Schlossküche. Letztere zeigt einen gut erhaltenen Fußboden aus im Fischgrätmuster verlegten Flusssteinen, eine echte Sehenswürdigkeit. Auch mehrere Nebengebäude sind heute noch zu sehen, darunter die alte Mühle und die ehemalige Branntweinbrennerei.

Wer nach der Besichtigung des Schlosses dem Heestal durch weitläufige Wiesen weiter aufwärts folgt, erreicht rasch die Orte Mittelhees und Oberhees. Beide Orte wirken trotz der Eingemeindung nach Kreuztal noch wie kleine, eigenständige Dörfer. Die Fachwerkhäuser und Bauerngärten, teilweise als Baudenkmäler eingetragen, lohnen den Weg.

Einmal im Jahr, wenn in Mittelhees das Heestaler Backesfest stattfindet, lohnt sich der Weg gleich doppelt. Dann wird der Backes angeheizt, der hier idyllisch am Teich liegt, und den Besuchern wird neben leckerem Brot auch jede Menge Unterhaltung geboten.

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