Schloss Homburg

Vermutlich im 11. Jahrhundert wurde die Homburg errichtet: Damals schenkte Gottfried I. von Sayn seinem König Rudolf von Habsburg die Homburg und erhielt sie als Erblehen zurück. Die Reichsherrschaft Homburg war geboren, ein historischer Kleinstaat inmitten des Bergischen Lands, der immerhin bis 1806 überdauerte und heute noch Namensgeber für die Region um Nümbrecht und Wiehl ist.

Schloss Homburg selbst diente dabei meistens nur als Dienstwohnung der gräflichen Verwalter oder als Witwensitz. Sein Aussehen verdankt die alte Burg den Umbaumaßnahmen, die Graf Ernst von Sayn-Wittgenstein ab 1635 durchführen ließ. So wurde aus der mittelalterlichen Burg ein barockes Schloss, das bis Ende des 18. Jahrhundert bewohnt und bewirtschaftet wurde. Dann setzte langsam der Verfall ein, der sich mit Übergang erst an das Herzogum Berg und dann an Preußen noch beschleunigte.

Erst 1904 wurde wurde mit der Renovierung begonnen. 1926 zog das Kulturhistorische Museum des Oberbergischen Kreises in Schloss Homburg ein, mit umfangreichen Sammlungen zur Geschichte der Region. Dazu gehört eine naturkundliche Abteilung, die neben zahlreichen geologischen Funden und Präparaten der oberbergischen Flora und Fauna auch die starken Veränderungen der natürlichen Umgebung in den letzten Jahrzehnten zeigt. Ritterliche Kultur wird durch Rüstungen, Hieb- und Stichwaffen dokumentiert. Eine der Hauptattraktionen des Museumsbesuches ist die historische Burgküche mit ihrem mächtigen Rauchfang.

Im unteren Bereich des Geländes von Schloss Homburg befinden sich zwei Freilichtmuseen, und zwar eine historische Säge- und Mahlmühle sowie eine Bäckerei aus dem 19. Jahrhundert, die aus Orten der Umgebung hierher verbracht wurden. In Führungen wird anschaulich die Einheit „Vom Korn zum Brot“ dokumentiert.

Im Areal von Schloss Homburg liegt auch das Rote Haus, das heute Sitz der Biologischen Station Oberberg ist. Das Rote Haus befindet sich in der ehemaligen Zehntscheuer des Schlosses. Die Biologische Station Oberberg ist verantwortlich für die wissenschaftliche und praktische Betreuung der oberbergischen Naturschutzgebiete sowie für verschiedene Landschaftspflegeprojekte.

Unterhalb von Schloss Homburg kommt auch die Bergische Postkutsche vorbei: Sie macht Station an Holsteins Mühle, einem der ältesten Gebäude im Oberbergischen Kreis. Holsteins Mühle liegt im Bachtal der Homburger Bröl. Die Mehl- und Sägemühle mit Backhaus gehörte bis 1969 den Fürsten Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Anschließend stellte man sie unter Denkmalschutz. Heute ist Holsteins Mühle eine historische Gaststätte.

Sehenswert ist auch das Naturdenkmal Dicke Steine auf der Schloss Homburg zugewandten Uferseite. Dabei handelt es sich um ca. 350 Millionen Jahre alte Quarzit-Härtlinge aus der Devonzeit. Die Dicken Steine wurden durch Erosion aus dem weicheren Meeresgestein freigewaschen. An ihrer Fundstätte wurden auch versteinerte Seelilien und Armkiemer entdeckt, die darauf schließen lassen, dass Nümbrecht vor langer Zeit einmal auf dem Meeresboden lag.

Südlich von Schloss Homburg bei Nümbrecht liegt auf einer Fläche von 9 Hektar das Naturschutzgebiet Laubwald mit Quellrinnen.