Schloss Dhaun (Hochstetten-Dhaun)

Castrum de Dune – als Burg auf der Höhe wurde Schloss Dhaun erstmals 1250 erwähnt. Das Schloss und der gleichnamige Ortsteil von Hochstetten-Dhaun liegen hoch über dem Kellenbachtal. Die Familie der Wild- und Rheingrafen baute die Burg im 15. und 16. Jahrhundert weiter aus. Der Obere Torbau wurde 1526 errichtet. Aus jener Zeit stammt auch das dreigeschossige unterirdische System aus Gängen und kleinen Räumchen. Wer durch die Gänge floh, kam in den Halsgraben. Die Georgskapelle (Ruine) geht auf das Jahr 1608 zurück.

Im frühen 18. Jahrhundert entsprach die mittelalterliche Burg Dhaun nicht mehr dem Wohngefühl damaliger herrschaftlicher Zeit und die Burg wurde zu einem barocken Schloss ausgebaut. Der Nordflügel war etwa 1729 fertig. Der westliche Palas, vom dem der Eingang erhalten geblieben ist, wurde zu einem Wohnschloss mit mehrstöckigem Südflügel. Es ergab sich eine hufeisenförmige Anlage mit Oberburg, Schlosspark und Remise.

1804 wurde Schloss Dhaun von den Franzosen auf Abbruch verkauft und etliche brauchbare Teile gerieten in die Kauzenburg nach Bad Kreuznach. 1850 kaufte ein Arzt aus Trier einen Teil der Burg und begann mit Rettungsarbeiten. Die romantisch anmutenden Anbauten am Eingang des Schlosses gehen auf den Arzt zurück. Ein weiterer Besitzer aus der vorletzten Jahrhundertwende ließ den ruinösen Nordflügel mit einem Rittersaal auferstehen.

Im Schlosspark zeigt sich kraftstrotzend Prometheus, Freund und Kulturstifter der Menschheit, aus Stein gemeißelt von einem Kreuznacher 1888 in Rom. Von der Oberburg konnten sich Bering, zwei Bastionen und Wehrtürme erhalten.

Jetziger Besitzer ist der Zweckverband Schloss Dhaun. Seit 1957 ist Schloss Dhaun als Standort der Bildung verschrieben und zwar der von Jugend und Erwachsenen. Die Schlossakademie bietet neben Tagungsmöglichkeiten und Unterkunft auch eigene Seminare an, die sich beispielsweise dem künstlerischen Schaffen widmen. Dazu kann man sich dann vor Ort auch gleich ein Zimmer nehmen.

Viel früher, im 14. Jahrhundert, wurde um Schloss Dhaun heftig gekämpft. Es fand die sogenannte Dhauner Fehde statt, in der der Trierer Erzbischof gegen die Wildgrafen um die Schmidtburg kämpfte. Im Zuge der Dhauner Fehde wurde mehrere weitere Burgen angelegt. In Ruinen erhalten ist davon noch die Burg Brunkenstein im Kellenbachtal, die als Vorburg von Schloss Dhaun erbaut und 1411 geschleift wurde. Man sieht heute noch Reste eines Bergfrieds aus dem Wald emporragen.

Der als Vitaltour angelegte Wildgrafenweg (13km) leitet von Hochstetten-Dhaun aus über die Ruine Brunkenstein zum Schloss Dhaun und dann weiter durch den Staatsforst Kirn zum neuen Nahe-Skywalk und der ehemaligen Stiftskirche in St. Johannisberg.