Schloss Crottorf

Westlich von Friesenhagen liegt im nördlichen Wildenburger Land Schloss Crottorf. Das denkmalgeschützte Wasserschloss gilt als ein gelungenes Beispiel für eine Schlossanlage, die harmonisch in die Landschaft eingepasst wurde, und löst bei so manchem Besucher Begeisterung aus. „Ein Stück Paradies, das aus dem Himmel gefallen ist“, schrieb beispielsweise der Künstler Domenico Rosso anno 1661 über Schloss Crottorf.

1326 taucht in Urkunden erstmals ein Hof Crottorf auf, Wohnsitz der Familie von Selbach. Als erster dieses Geschlechtes wird 1288 Eberhard von Selbach bzw. von Krutdorf urkundlich erwähnt. 1542 baute Johann Seelbach das Anwesen dann zu einem Wasserschloss um. Als dessen Erbtochter Catharina anno 1542 Wilhelm von Hatzfeld zu Wildenburg heiratete, ging Schloss Crottorf an das Geschlecht der Hatzfelder, die damals die Wildenburg bewohnten und die Herren im Wildenburger Land waren. 1635 wurde den Herren von Hatzfeld die Grafenwürde verliehen, und 1870 erhob man sie in den preußischen Fürstenstand.

Seit 1969 ist Schloss Crottorf im Besitz von Nachkommen aus der weiblichen Linie, den Grafen von Hatzfeldt-Wildenburg-Dönhoff. Bekanntestes Mitglied dieser Familie war Helmut Schmidts Herausgeberkollegin bei der Wochenzeitung Die ZEIT, Marion Gräfin Dönhoff. Sie verstarb 2002 auf Schloss Crottorf. Gut zehn Jahre vorher ließ sie auf dem Wall des Schlosses ein Denkmal zu Ehren der Opfer des Widerstands errichten, das sie als Geschenk von Alexander Liberman erhalten hatte.

Schloss Crottorf ist eine Station auf dem Kapellenwanderweg. Der knapp 9km lange Rundwanderweg verbindet die Rote Kapelle, die Kapelle der Schmerzhaften Muttergottes, die Kreuzkapelle und die Rochuskapelle sowie die Barockkirche von Friesenhagen, Schloss Crottorf und die Wildenburg. Der Rundwanderweg ist teilweise geteert und verläuft teilweise über gut befestigte Waldwege. Einstieg ist der Parkplatz am Festplatz von Friesenhagen.

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