Burg Wildenburg (Wildenburger Land)

Das schönste Forsthaus in Deutschland steht bei Friesenhagen im nördlichsten Zipfel von Rheinland-Pfalz. Die Wildenburg ist nicht nur Namensgeber für das sie umgebende Wildenburger Land, sondern heute auch Dienstsitz der von Hatzfeldtschen Försterei. Die Wildenburg ist Privatbesitz, daher kann nur die Vorburg besichtigt werden.

Die Burg war als Schloss Wildenburg von 1239-1418 Verwaltungssitz der Freien Reichsherrschaft Wildenburg und diente der Sicherung des alten Hildewegs, der später Eisenstraße genannt wurde und Köln mit Siegen verband. Durch die exponierte Lage der Burg konnten Bewegungen auf dem Hildeweg gut beobachtet werden. Als erster Eigentümer dieser Reichsherrschaft wird Gerhard von Wildenburg erwähnt. Mit Hermann von Wildenburg starb anno 1418 der letzte männliche Nachfahre des Geschlechtes und die Wildenburg ging als Erbe an die Familie von Hatzfeldt über.

Von der ursprünglichen Burganlage der Wildenburg sind heute nur noch einige Bauteile vollständig erhalten: Das Herrenhaus, das nach wie vor bewohnt wird, und der 20m hohe Bergfried mit seiner Barockhaube. Die stattliche Burganlage blieb bis 1830 intakt und wurde nie durch kriegerische Handlungen zerstört. 1808 wurde die Wildenburg vorübergehend zum Sitz einer Kantonsverwaltung innerhalb des napoleonischen Département Sieg. Um diese Zeit musste man einen großen Teil der Burggebäude wegen Einsturzgefahr abreißen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde sie außerdem als Steinbruch genutzt.

In den 1980er Jahren ließen die Nachfahren der Hatzfeldter die Überreste der Wildenburg sanieren. Die Renovierung umfasste den unteren Torborgen, Mauerwerk, Treppen und Gewölbe sowie die ehemalige Schlosskapelle, die Säbelschmiede samt Wachhaus und Schutzbau, und das ehemalige Viehhaus.

Die Wildenburg ist eine Station auf dem Kapellenwanderweg von Friesenhagen, der auch über den Höhenweg bei der Burg führt. Der Kapellenwanderweg verbindet auf einer Strecke von knapp 9km alle Kapellen der Ortsgemeinde sowie die beiden Burgen und die Barockkirche.

Eine dieser Kapellen ist die westlich der Wildenburg gelegene Rochuskapelle, von der aus man einen guten Ausblick auf die Burg und auf die Rote Kapelle hat. Die Rochuskapelle wurde im 17. Jahrhundert errichtet. Dass sie dem als Pestheiligen verehrten Sankt Rochus gewidmet wurde, lässt darauf schließen, dass um diese Zeit das Wildenburger Land von der Pest heimgesucht wurde.