Schliprüthen

Ganz im Nordosten von Finnentrop liegt idyllisch ins Tal geschmiegt der kleine Ort Schliprüthen etwa auf halber Strecke zwischen Finnentrop und Eslohe im Naturpark Homert. Im einheimischen Platt ist der Ortsname ein gutes Stück kürzer: Ruien, was wie Ruijän ausgesprochen wird. Die bewaldeten Berghänge von Kahlenberg (527m), Birkenhahn (532m), Rührberg (521m) und einigen weiteren rahmen den Ort ein. Bei so vielen Bergen - mitsamt den dazugehörigen Tälern - ist es nicht verwunderlich, dass Schliprüthen als Ausgangspunkt für Wanderungen gut geeignet ist.

Besiedelt war diese Ecke des Lenneberglands schon ausgesprochen früh. Archäologische Funde wie etwa eine Steinaxt oder ein Steinbeil werden auf die Epoche der Jungsteinzeit datiert. Schliprüthen wird als Ort erstmals 1150 urkundlich erwähnt und ist seit der kommunalen Neuordnung 1969 Teil der Gemeinde Finnentrop.

Im Ort ist vor allem die katholische Pfarrkirche St. Georg sehenswert. Die Kirche ist relativ klein, nur zweijochig und mit ungewöhnlich schmalen Seitenschiffen versehen. Rundpfeiler tragen die quadratischen Gewölbe des Mittelschiffs. Im Kontrast zur spätromanischen, schlichten Architektur steht die üppige barocke Ausstattung aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Zu nennen sind hier Altar und Kanzel, die vermutlich aus der Attendorner Werkstatt des Bildhauers Sasse stammen. Aber auch die Orgel aus dem Jahr 1681 macht einen prachtvollen Eindruck.

Wer im Winter nach Schliprüthen kommt, sollte seine Skiausrüstung mitbringen, denn Schliprüthen ist ein Wintersportort. Skilifte bringt die Wintersportler sicher auf den Hang hinauf, und bei Flutlicht geht es dann wieder hinab ins Tal. Vier verschiedene Abfahrten stehen zur Auswahl. Und zum Après Ski trifft man sich in der bewirtschafteten Skihütte.

Eine Besonderheit im Schliprüthener Veranstaltungskalender ist übrigens das zweijährlich stattfindende Seefest. Ein Blick auf die Karte zeigt zwar, dass der Ort über gar keinen See verfügt. Das hindert die Einwohner aber nicht daran, ein Seefest zu feiern. Man gibt sich dabei pragmatisch und macht mit Hilfe von kräftigen Pumpen aus einem kleinen Teich am Spielplatz einen großen Springbrunnen.