Schalksmühle

Berg- und Talgemeinde, so nennt sich Schalksmühle selbst. Nicht ohne Grund, denn innerhalb des rund 38qkm großen Gemeindegebiets gibt es bis zu 300m Höhenunterschied. Schalksmühle wird 1407 als Schalksmollen erstmalig erwähnt. Um 1600 bestand die Ortschaft gerade mal aus drei Häusern. In ihrer heutigen Form entstand die Gemeinde 1970 durch die Zusammenlegung von Schalksmühle, Hülscheid und Dahlerbrück.

Es gibt in Schalksmühle eine ganze Reihe Baudenkmäler. Die meisten von ihnen sind Profangebäude, aber es findet sich auch ein Gotteshaus darunter: die Erlöserkirche. Sie wurde 1896 erbaut, der quadratische Kirchturm, nach Westen hin ausgerichtet, stand allerdings schon vier Jahre früher. Der neugotische Saalbau ist in Bruchsteinmauerwerk ausgeführt und hat einen eingezogenen 5/8-Chor. Aus der Bauzeit erhalten sind das Gestühl, die Kanzel und die farbigen Glasfenster im Chor.

Unter den denkmalgeschützten Profanbauten ist das denkmalgeschützte Geschäftshaus in der Hälverstraße, Ecke Bahnhofstraße wohl das auffälligste. Es ist zweigeschossig und im Neurenaissance-Stil mit Staffelgiebel und Rundbogenfries ausgeführt. Ebenfalls sehenswert sind das klassizistische Bürgerhaus in der Heedfelder Straße, das Schulgebäude Spormecke mit einer interessanten Gliederung der Fassade und die Villa in der Bergstraße, die wie ein kleines Schlösschen über dem Tal thront und den Ortskern überschaut.

Zwar keine Villa, aber dennoch überregional bekannt ist das Bauernhaus Wippekühl. Das zweigeschossige Gebäude entstand um das Jahr 1600 - ganz genau kann man es heute nicht mehr sagen. Rund 150qm Grundfläche hat das Haus. Es dient heute als Veranstaltungsort für kulturelle Veranstaltungen, nachdem es Jahrhunderte lang als Bauernhaus mit Stall genutzt wurde. 1995 war es für diesen neuen Zweck umfassend restauriert worden.

Auf einem steinernen Untergeschoss des alten Bauernhauses Wippekühl ruht ein Fachwerkteil, und am Giebel ziehen vor allem die breiten Eichenbretter, die als Giebelverkleidung dienen, die Blicke auf sich. Sehenswert im Inneren ist das Fischgrätmuster der Pflasterung. Die Steine dafür hat die Volme rundgeschliffen. An den Wänden kann man noch die alten Schablonenmalereien sehen, die früher in Bauernhäusern üblich waren. Wo früher das Vieh stand, ist heute auch noch deutlich sichtbar, durch Tröge aus Naturstein und gestampften Lehmboden. Und wer das alte Bauernhaus besonders romantisch findet, der kann sich dort trauen lassen.

Ganz in der Nähe des Bauernhauses ist übrigens auch ein restaurierter Haferkasten aufgestellt. Diese kleinen Gebäude dienten früher der mäusesicheren Aufbewahrung des wertvollen Getreides.

Eine feste Größe im Veranstaltungskalender der Gemeinde Schalksmühle ist der Lisettkenmarkt. Jedes Jahr am zweiten Wochenende im Juni strömen zahlreiche Besucher in den Schalksmühler Ortskern, um das vielfältige Programm zu genießen: Trödelmarkt, verkaufsoffener Sonntag, musikalische Vorführungen und allerlei mehr stehen auf dem Programm. Zu diesem Programm tragen fliegende Händler und Kunsthandwerker ebenso bei wie die ortsansässigen Vereine.

Benannt ist der Lisettkenmarkt nach Lisette Cramer, geborene Buschhaus. Sie war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Handelsfrau unterwegs. Mit einer Kiepe voller Waren des täglichen Bedarfs auf dem Rücken und den neuesten Nachrichten im Kopf zog sie durch die gesamte Region von Hof zu Hof. An das Kiepenlisettken, wie sie von den Menschen der Region liebevoll genannt wurde, erinnert neben dem Lisettkenmarkt bis heute noch eine Bronzeskulptur des Kiersper Künstlers Waldemar Wien, die auf dem Rathausplatz zu bewundern ist.

Ein zweiter Höhepunkt des Jahres ist das Sommerfest Schalksmühle mit Kirmes am letzten Wochenende im August, die mit einem Höhenfeuerwerk abgeschlossen wird. Ein Wochenende lang wird für Groß und Klein ein umfangreiches Programm angeboten.

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