Schöneberg (Westerwald)

An der Ostgrenze des mittelalterlichen Engersgaus liegt Schöneberg, das schon bei seiner ersten Nennung 1240 Kirchspiel war und wahrscheinlich bereits im zehnten Jahrhundert begründet worden ist.

Die Bedeutung Schönebergs für die umliegenden Dörfer belegt auch die Tatsache, dass etwa ab 1500 für knapp 300 Jahre ein kleines Schloss in Schöneberg stand. Einer Beschreibung aus dem Jahr 1685 kann man entnehmen, dass das Schloss zwei große Zimmer und 14 Kammern hatte, also eher ein Schlösschen war. Durch Umbauten wurde Schloss Schöneberg als Jagdschloss umgerüstet und dann wahrscheinlich in den Koalitionskriegen mit Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts zerstört.

Man erinnert sich heute überhaupt noch an das Schloss, weil man gemerkt hat, dass man die Geschichte nicht vergessen soll. Dies hatten offensichtlich die Bauherren der evangelischen Auferstehungskirche getan, die nach einem Großbrand 1864 den Grundstein für ein neues Gotteshaus legten. Nachdem der Bau fertig war, neigte sich schon bald der Kirchturm und musste bereits 1874 wieder abgerissen werden. Der Grund: Die Kirche wurde über den Kellern des alten Schlosses gebaut und die Fundamente hielten demnach nicht stand. Erst 1908 erhielt die Auferstehungskirche einen neuen, weithin sichtbaren Turm.

Südwestlich von Schöneberg genießt man schöne Aussichten auf das Wiedtal mit den Orten Neitersen und Obernau rechts der Wied und dem Obernauer Kopf (265m) links der Wied.