Satzvey

Als Aushängeschild einer romantischen Wasserburg gilt die Burg Satzvey im gleichnamigen Ort im Mechernicher Eifelvorland. Das rund 1.000 Einwohner zählende Burgdorf erfreut sich jährlich großer Anziehungskraft bei den Ritterfestspielen, der Hexenmärkte oder der Burgweihnacht beispielsweise.

Burg Satzvey war Vogtei und Lehen des Erzbischofs von Köln. Früher lagen Vor- und Hauptburg auf zwei verschiedenen Inselchen. Bis 1880 blieb die Burganlage nahezu unverändert. Dann kam ein von Metternich auf den Gedanken, die Wasserburg zu einem spätromanischen rheinischen Adelssitz auszustaffieren. Gedacht, getan. Es erfolgten einige Ausbauten.

Nach wie vor wie dazumal ist das freistehende Burghaus aus Bruchsteinen, das sich zweigeschossig über einem Kellergeschoss erhebt und einen kleinen vorkragenden Wehrgang zeigt. Dominierend ist das reichhaltig gegliederte Herrenhaus mit dem Turm und der Torburg aus dem 15. Jahrhundert. Die Burg Satzvey wird mit einem abwechslungsreichen Programm bespielt.

Ein weiteres Relikt alter Baugeschichte in Satzvey ist die katholische St. Pantaleon Kirche, die erstmals 1266 als Besitz des Stifts in Münstereifel erwähnt wird. 1806-07 entstand der heutige Baukörper. Das Pfarrhaus und die Pfarrscheune stammen aus dem Jahr 1774.

Unter dem Decknamen „Sonderbauwerk Steinfurt“ baute sich die Landeszentralbank NRW unter der Mittelpunktschule in Satzvey 1966-69 einen Bunker für den Ausnahmezustand. Hier wollten sich die Banker verbunkern und probten auch schon mal den Ernstfall. Wer dann noch welche Buchungen wo hin hätte unternehmen können, während oben bei den Schülern womöglich die Griffel gefallen wären, man weiß es nicht, kann es aber bei einer Bunkerführung durch den ehemaligen Ausweichsitz der Landeszentralbank Nordrhein-Westfalen vielleicht andeutungsweise erfahren.

Das kulturelle Herz von Mechernich schlägt etwas weiter westlich und zwar im Stadtteil Firmenich. Hier wurde aus einer alten Industrieanlage die Kultur- und Freizeitfabrik Zikkurat. Es gibt Ateliers, Manufakturen, Unterhaltung und Gastlichkeit. Das multifunktionale Kulturzentrum entstand in der einstigen Steinzeugfabrik von 1882. Veranstaltungen bietet die TON-Fabrik, zu Wasser geht es in den benachbarten Eifel-Thermen Zikkurat, es wird Fitness geboten, Bowling und jede Menge Leben.

In Firmenich gibt es auch eine spätmittelalterliche Burg. Burg Firmenich wurde im 15. Jahrhundert errichtet. Heute sieht man einen fast quadratischen Hof mit einem zweigeschossigen Fachwerkbau im Stile spätgotischer Burghäuser.

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