Sassenhausen

Sassenhausen liegt auf einem Höhenzug zwischen Dotzlar und der Stadt Bad Laasphe. Die höchste Erhebung ist der Bärenkopf (680m) im Süden des Ortes, der mit seinen schmucken Fachwerkhäusern in einem kleinen Talkessel liegt. Durch Sassenhausen fließt der Grundbach, der nur wenige Kilometer weiter in die Eder mündet. Der Name der Ortschaft stammt vermutlich aus der Zeit Karls des Großen, der hier Sachsen ansiedelte.

Ein kleines Fachwerk-Schmuckstück ist die Schulkapelle in Sassenhausen. 1703 wurde sie vom Zimmermeister Mannus Riedesel erbaut und diente lange Jahre sowohl als Kapelle wie auch als Schulgebäude. Die Kanzel, die Emporen und das Gestühl sind ebenso wie das Fachwerk reich mit Schnitzereien verziert und gelten als ganz besonders sehenswert. Die Kapelle ist auch Ausdruck des großen Engagements der Dorfbewohner. Die Bauern kamen nämlich für den Bau der Kapelle selbst auf. Wenn man bedenkt, dass der Dreißigjährige Krieg gerade erst ein halbes Jahrhundert zurücklag, war das wirtschaftlich kein kleines Unterfangen.

Im benachbarten Weidenhausen ist ebenfalls ein architektonisches Kleinod zu finden: die mittelalterliche Kirche. Ursprünglich stand an dieser Stelle die Liebfrauen-Kirche St. Marien. Sie ist abgebildet auf einer Skizze aus dem Jahr 1309, die im Inneren der heutigen Kirche zu sehen ist. Ebenfalls älter als der noch recht junge Kirchenbau ist der trutzige Kirchturm, der noch aus spätromanischer Zeit stammt und während des Barocks mit einer gestuften Turmhaube versehen wurde. 1765 wurde schließlich die heute sichtbare, achtseitige Kirche mit Mansarddach erbaut. Aus dieser Zeit stammt auch die Innenausstattung der Kirche. Die achtseitige Form des Kirchenschiffs ist übrigens in der gesamten Region einmalig.

Wer sich für alte Haustierrassen interessiert, findet auf den hiesigen Weiden ebenfalls eine Besonderheit: das Rote Höhenvieh. Diese alte Rinderrasse war bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein in den Mittelgebirgslagen weit verbreitet. Sie ist genügsam, kommt mit den Umweltbedingungen bestens zurecht und ist als Dreinutzungsrind – als Arbeitstier, Fleisch- und Milchlieferant – geeignet. Beinahe wäre es ausgestorben, verdrängt durch die Hochleistungsrassen, die mehr und mehr die landwirtschaftliche Produktion dominieren. Doch hier in Wittgenstein ist es einem engagierten Verein gewissermaßen in letzter Minute gelungen, die Rasse zu erhalten.

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