Saarbrücken-Dudweiler

Der Saarbrücker Stadtbezirk Dudweiler ordnet sich im Halbkreis um die Universität Saarbrücken. Nördlich von Dudweiler ist Sulzbach und es schließt sich die Wanderregion Saarkohlenwald an. An der Grenze zwischen Saarbrücken und Sulzbach ist im Saarkohlenwald das Naturdenkmal Brennender Berg, ein schwelendes Kohlenflöz, das im 17. Jahrhundert in Brand geriet.

Im Zentrum von Dudweiler steht am Alten Markt De Monn mit da long Stong. Der ist ein Denkmal aus dem Jahr 1989 und erinnert daran, dass früher die Straßenlaternen angezündet werden mussten. In Gänze heißt der Spruch im Dialekt: De Monn mit da long Stong machd om Bohnhoof die Lombe oon. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs steht unter Denkmalschutz. Es wurde 1870/75 im Rundbogenstil gebaut. Das Hauptgebäude hat zwei hohe Etagen und einen Mittelrisalit.

Das Rathaus Dudweiler aus dem Jahr 1875 ist ein spätklassizistisches Gebäude mit Sandsteinfassade und hat im Zentrum einen Turm mit einem Erker und einer Tordurchfahrt. Das Rathaus wuchs durch den gut gehenden Bergbau mit der Bevölkerungszahl und wurde 1906 erweitert. Das geschah im historisierenden Stil, so dass sich das Gebäude vom Antlitz her treu blieb.

In der Nähe des Gaslaternenanzünders ist die katholische Pfarrkirche St. Marien. Die dreischiffige Hallenkirche entstand 1864-66 im Stil der Neogotik. Das Hauptportal wird von einer Marienfigur dominiert. Die Kirche erlitt neben Kriegsschäden auch einen Brandschaden im Inneren. Sie wurde immer wieder restauriert und hat als einen Schmuck die bunten Fenster.

Ein weiteres katholisches Gotteshaus ist die Pfarrkirche St. Barbara, die 1958 geweiht wurde und unter dem Patronat der Heiligen der Bergleute steht. Die Architektur der Kirche erinnert an Bergwerksindustrie. Die Fenster gestaltete ein französischer Künstler.

Die evangelischen Bürger von Dudweiler gehen in die Christuskirche in der Saarbrücker Straße. Sie wurde aus Sandstein im Stil der Neugotik erbaut und konnte 1882 eingeweiht werden. Zuvor stand in Dudweiler ein Vorgängerbau, der an den noch erhaltenen Alten Turm angebaut war. Der stammt aus der Zeit um 1350. Die Kirche wechselte ab 1575 die Konfession und wurde evangelisch.

Auch in der Saarbrücker Straße (Nummer 192) fällt die Villa Micka ins Auge. Sie wurde um 1910 für den Bauingenieur Micka errichtet. Man sieht Jugendstil und Historismus, Figurenschmuck aus Sandstein, einen Erker, Holzgebälk – wenn das Haus in einer anderen Umgebung stünde, hätte es Filmqualitäten, vielleicht für Harry Potter.

Eine weitere Besonderheit in Sachen Bauen liefert ein Privatmann. Ein gelernter Maurer mit Namen Schönewolf baute sich im Garten eine Ritterburg. Beginn dieses Treibens war 1975 und eine Garage, ein Sandhaufen und die Auflage, er müsse den Hang mit einer Mauer stützen. Aber da ihm eine Mauer nicht gefiel, wuchs aus dem Hang eine Burg, etwa im Maßstab 1:10.

Im Sulzbachtal zu Dudweiler zählend liegt der Ort Jägersfreude mit der ehemaligen Grube Jägersfreude. Das Steinkohlebergwerk war von 1856 bis 1968 in Betrieb. Bereits 1718 war hier eine Eisenschmelze, die um 1750 zu einem Hammerwerk wurde. Die Saarländische Bergbaustraße hat an der Berghalde der Jägersfreude einen Aussichtspunkt. Den erreicht man über den Literarischen Aufstieg. Auf den Steinstufen sind Teile des Gedichts von Elfriede Jelinek eingraviert: Die Kinder der Toten.

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