Rundweg von Holzhausen nach Allendorf (Greifenstein)


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 11 km
Gehzeit o. Pause: 2 Std. 36 Min.
Höhenmeter ca. ↑226m  ↓226m
Unterwegs auf dem Ulmtalrundwanderweg nach Allendorf

Holzhausen ist Startpunkt für diese kurze Tour im südlichen Greifensteiner Land, die als Teil des Ulmtal-Rundwanderwegs mit den Kennbuchstaben UR ausgewiesen ist. Los geht es am südlichen Ortsrand von Holzhausen. Von hier führt die Runde zunächst an den Hängen des hessischen Westerwalds entlang bis hinab unterhalb von Allendorf - schöne Aussichten auf das Ulmtal inklusive!

Mit Überqueren der Landstraße nach Bissenberg hat die Rundtour ihren Scheitelpunkt erreicht. Jetzt geht es am Ulmbach entlang hinein in das Örtchen Allendorf am Südrand des Greifensteiner Lands. Hier gibt es mit der 1974 errichteten Ulmtalhalle nicht nur die größte Mehrzweckhalle in der Gemeinde Greifenstein, sondern mit dem Fledermaushaus der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) seit 2004 auch noch ein echtes zoologisches Kleinod.

Auf dem Dachboden eines alten Fachwerkhauses leben im Fledermaushaus Allendorf 1.000 Exemplare des Großen Mausohrs (Myotis myotis). Das Große Mausohr oder auch Riesenfledermaus ist die größte Fledermausart in Deutschland und erreicht eine Flügelspannweite von über 40cm. Die Besucher des Fledermaushauses können Life-Bilder aus der Kolonie sehen, die von sechs Infrarot-Kameras in einen Vorführraum übertragen werden.

Weiter dem Ulmbach flussaufwärts folgend schließt sich an Allendorf nahtlos das Dörfchen Ulm an. Das Wahrzeichen von Ulm ist die Dorfkirche, in der die Bonifatius-Glocke aus dem Jahr 1475 noch immer ihren Dienst versieht. Ulms bekanntester Sohn ist übrigens Erwin Piscator, der hier 1893 geboren wurde. Piscator gilt als einer der führenden deutschen Theaterintendanten und Regisseure während der Weimarer Republik. In Berlin führte er am Nollendorfplatz die Piscatorbühne und ergatterte sich von Bertold Brecht das wohl größte Lob: Er nannte Piscator „den einzigen fähigen Dramatiker außer mir“.

Für Wanderer ist Ulm heute noch ein Begriff, weil auf Ulmer Gemarkung im Wald am Kesselberg (412m) das Waldidyll Dianaburg steht, ein Jagdschlösschen, das Fürst Ferdinand aus Braunfels errichten ließ. Dieses Highlight ist allerdings nicht in die Runde mit eingebaut. Interessierte Wanderer sollten für einen Abstecher mit gut einer Stunde Umweg rechnen. Die Wanderung auf dem Ulmtal-Rundwanderweg führt dagegen mit dem Ulmbach wieder zurück nach Holzhausen.