Rundtour durchs Wiesenttal: von Ebermannstadt nach Streitberg


Erstellt von: Tom - Wanderatlas Redaktion
Streckenlänge: 20 km
Gehzeit o. Pause: 5 Std. 36 Min.
Höhenmeter ca. ↑835m  ↓835m
Kein Wegzeichen hinterlegt

Viermal merklich auf und ab, sagt das Tourenprofil unserer heutigen Wanderung durch das Wiesenttal in der Fränkischen Schweiz, für die wir einen Wandertag einplanen. Von Ebermannstadt über den Druidenstein und Gasseldorf nach Streitberg, bis hinauf zum Zuckerhut, alle Achtung - und ins schmucke Ärmerschtoodt zurück.

Ärmerschtoodt, so nennen die Einheimischen das Städtchen Ebermannstadt im oberfränkischen Kreis Forchheim. Die Wiesent umfließt die Altstadt von Ebermannstadt, dass die Touristiker auch gerne das Herz der Fränkischen Schweiz nennen. Wir starten vom Bahnhof Ebermannstadt (Verbindung zwischen Forchheim und Behringersmühle) und schlendern die Wiesent querend erstmal ins denkmalgeschützte Gesamtensemble.

Rechterhand sehen wir das Heimatmuseum im ehemaligen Amtsgericht, einem spätklassizistischen Gebäude aus dem Jahr 1870, seit 1923 ist es Heimatmuseum. Drin ist die lokale Berühmtheit des Fischsauriers, dessen fossiler Rest in einem hiesigen Steinbruch entdeckt wurde.

Wir gehen zum Kirchplatz, wo sich die neuromanische St. Nikolaus Kirche (1853-56) erhebt. Will man einen älteren Sakralbau sehen, sollte man einen Abstecher zur Filialkirche Mariae Geburt und ihrem Westturm aus dem 14. Jahrhundert zum Kapellenplatz machen.

An der Hauptstraße reihen sich die Baudenkmäler auf, Bürgerhäuser, teils verputzt, teils Fachwerk. Hausnummer 42 fällt besonders ins Auge. Der steinige Kasten, im Stil der Neurenaissance mit Werksteinquadern war mal ein Gefängnis – seinerzeit hing vermutlich kein Kaugummiautomat in der Nähe.

Nächstes städtisches Highlight und Wahrzeichen Ebermannstadts ist das historische Wasserschöpfrad an der Wiesent. Im 16. Jahrhundert diente es der Straßenreinigung, anschließend der Bewässerung der Wiesen.

Wenn wir die Brücke passiert haben, halten wir uns links in den Markgrafenweg, kommen durch den Mühlgraben und am Friedhof vorbei, immer hübsch aufwärts. Am Druidenstein haben wir einen Aussichtspunkt und droben eine Rastmöglichkeit.

Waldreich geht’s nach Gasseldorf an den Wiesentzufluss Leinleiter hinunter. Die Hummerleite leitet zur Wallburg Hummerstein mit Aussicht und dem Frankenweg. Dem folgen wir ein Stückchen zickzackig, biegen dann nach Streitberg ab. Streitberg gehört zur Marktgemeinde Wiesenttal. Wir könnten einen Abstecher zur Binghöhle unternehmen, eine gern besuchte Schauhöhle mit Tropfsteinen.

Von der Burgruine Streitberg oder Streitburg (vor 1120), zu der wir einen weiteren Abstecher machen könnten, ist nicht mehr viel erhalten. Wenn wir in Streitberg die Wiesent queren haben wir rund 8,2km geschafft. Am Freibad vorbei geht es aufwärts mit Wald. Ein weiterer Abstecher könnte uns zur Burg Neideck (um 1050) führen, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Fränkischen Schweiz. 

Ohne Abstecher geht es, Niederfellendorf rechts liegen lassend, über den Leo-Jobst-Weg an ein kurzes Wässerchen, das am Birkenreuter Brunnen seinen Ausgang nimmt. Dann wandern wir auf den 515m hohen Zuckerhut mit Gipfelkreuz und weitem Blick, gen Süden bis zur Walberla, gen Norden bis zum Schloss Greifenstein. Rund 14,3km liegen hinter uns.

Vor Wohlmuthshüll kreuzen wir die St2685, kommen vor Ebermannstadt an dem Friedwald Ebermannstadt vorbei, wandern zur Erlachkapelle im Stadtpark mit Kneippanlage. Ein weiteres Gudzerla (fränkisch für Leckerbissen) auf der Wanderung ist das denkmalgeschützte Ensemble des Oberen Scheunenviertels mit Scheunen und Speichern aus dem 18. und 19. Jahrhundert: Fachwerk auf Sandsteinquadern. Wir kommen schließlich nahe dem historischen Wasserrad raus, gehen nah an der Wiesent entlang zum Bahnhof Ebermannstadt.

Bildnachweis: Von Sven-121 [Public domain] via Wikimedia Commons

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