Romrod

Das kleine Städtchen Romrod liegt südwestlich von Alsfeld in der Alsfelder Mulde und wird von der Antrift durchflossen. In Romrod ist man besonders stolz auf das im Zentrum gelegene Schloss Romrod, dessen Ursprünge im 12. Jahrhundert liegen. Aber es gibt noch mehr zu sehen.

Als kultureller Ort der Begegnung und auch als Tourist-Information wird heute die ehemalige Synagoge in Romrod genutzt. Als bäuerliches Einhaus wurde die Synagoge Romrod 1722 in Fachwerkbauweise gebaut. 1837 kaufte die jüdische Gemeinde das Haus und richtete ihre Synagoge ein. 1935 verkaufte die jüdische Gemeinde ihre Synagoge an einen Landwirt. Die NS-Zeit überstand die klassizistische Einrichtung mit der Frauenempore und der Unterkonstruktion des Thoraschreins vermutlich aus diesem Grund, so dass der Raum heute nahezu den Rang eines religionsgeschichtlichen Denkmals einnimmt.

Wer sich auf Romroder Glaubenswege begeben will, kann der Landesstraße 3070 folgen und in nördlicher wie südlicher Richtung auf historische Kirchen stoßen. In Zell, wo auch die Vogelsbergbahn einen Haltepunkt hat, befindet sich eine der ältesten Kirchen im Vogelsberg. Auffallend an der evangelischen Kirche in Zell ist ihre streng romanische Formgebung, die sich in das ausgehende 12. Jahrhundert datieren lässt. Der eher geduckte Turm, die außerordentlich dicken Bruchsteinmauern und ein Schießschlitz über dem Rundbogen des Eingangs lassen auf ihre Wehrhaftigkeit schließen.

Folgt man der L3070 in südlicher Richtung und lässt Nieder-Breidenbach hinter sich, gelangt man nach Ober-Breidenbach und zur dortigen evangelischen Kirche, die ursprünglich in Einzellage auf einer kleinen Anhöhe lag. Die Ober-Breidenbacher machten sich im 15. Jahrhundert aus der ungesunden feuchten Tallage den Kirchberg hinauf. Die evangelische Kirche Ober-Breidenbach hat spätgotische Wurzeln und besonders sehenswert ist die Mauresken-Kanzel aus dem Jahre 1638. Von Kirchlein zu Kirchlein, also von Zell über Schlosskirche bis Ober-Breidenbach sind es 7,3km längs der Landstraße.

Einen Ausflug ganz ohne Kirchen, dafür aber mit viel Natur verspricht eine Wanderung ins Ocherbachtal. Der Ocherbach mündet in Romrod in die Antrift. Folgt man dem Ocherbach, erreicht man das Naturschutzgebiet Buchhölzer Teich, das wie der Name nahelegt einen schönen Waldsee umschließt.

Ein weiterer schöner Waldteich liegt im Osten der Gemarkung von Romrod, der Merschröder Teich. Rund um den kleinen Merschröder Teich wurde eine schöne Anlage mit Ruhebänken und Grillhütte angelegt, die von Jahrhunderte alten Bäumen beschattet wird.