Roßberg (Ebsdorfergrund)

Inmitten von Bäumen und Wald und durchflossen von der Zwester Ohm liegt das Dörfchen Roßberg südwestlich von Amöneburg im Amöneburger Becken. Im Norden von Roßberg erhebt sich der Hattenberg (373m). Roßberg besaß keine eigene Kirche, bis im Jahre 1753 eine kleine Fachwerkkapelle gebaut wurde. Um die schöne Kapelle, die auch heute noch steht, rankt sich eine hübsche Anekdote: Endlich eine eigene Kirche zu haben, führte unter den Gemeindemitgliedern, besonders den Frauen, zu heftigen Streitigkeiten um die besten Plätze in der doch recht kleinen Kapelle. Gelöst wurde dieses Problem, indem über die beliebtesten Plätze bald nur noch das Los entschied.

Die bronzene Kirchenglocke, die im Turm der Fachwerkkapelle zum Gottesdienst läutet, stammt ursprünglich aus dem Nachbarort Heskem und ist sogar älter als die Kirche, in der sie hängt: Sie stammt noch aus dem 17. Jahrhundert. Sie wird heute noch, wie in alten Zeiten, über ein Glockenseil von Hand geläutet.

Knapp zwei Kilometer südöstlich von Roßberg findet man die Überreste der Röderburg. Die ehemalige Wasserburg war einst mit Wall und Graben befestigt und konnte im Notfall in ihrer Funktion als Fluchtburg die Bewohner mehrerer Dörfer aufnehmen. Die Röderburg wird auf das 13. bis 15. Jahrhundert datiert. Heute ist leider nur noch wenig von der Burg erhalten, Wassergraben und Burginsel können noch im Gelände ausfindig gemacht werden.

Außer der Röderburg entdeckt man noch andere Überreste vergangener Besiedlung in der Nähe von Roßberg. Gut einen Kilometer südöstlich stößt man auf die Ruine einer karolingischen Saalkirche. Am Orte der kleinen Kirche, die eine hufeisenförmige Apsis besaß, befand sich einmal das Dorf Udenhausen. Udenhausen existierte mehr als 250 Jahre, bevor es Ende des 14. Jahrhunderts verlassen wurde.